Gebt die Sonne wieder her!

Nun sitzen wir seit ca. 3 Wochen hier in Canowindra und haben uns schon oft gefragt, ob wir eigentlich noch in Australien sind. Nicht nur beim Zeltauf und -abbau, beim Aufstehen und ins Bettgehen, nein nun auch beim Arbeiten sind wir voll und ganz auf die Natur angewiesen. Gearbeitet werden kann nur bei Trockenheit. Schade nur, dass es seit ca. 1,5 Wochen fast ununterbrochen regnet. Unsere erste „Testwoche“ ging mit 25h und $848 zuende, die zweite mit 29h und $933 und die letzte mit wahrscheinlich nur 18h und weniger als $600.

Wir sind jetzt meistens bei Peter Grech unterwegs, weswegen Conerstone (unser Arbeitgeber) uns auch geholt hat. Er betreibt eine Melonenfarm und wir helfen beim Pflanzen, Unkraut jäten, Melonenpflanzen zurechtlegen und ab Dezember wahrscheinlich auch beim Ernten.
Nach unserer ersten Woche lernten wir das deutsche Pärchen Jolly und Georg kennen, die direkt bei Peter Grech angestellt sind. Zufälligerweise wurden wir Nachbarn auf dem Campingplatz. Endlich hatten wir ein wenig Begleitung und konnten auch mal mit anderen unsere Erfahrungen und Probleme diskutieren. Wir kochten, lachten und feierten zusammen.

Yvi, Teresa (NZ), Jolli (Ger), Georg (Ger), Lars (v.l.n.r.)

Direkt am zweiten gemeinsamen Tag, kamen alle niedergeschlagen zurück auf den Campingplatz. Wir hatten einen Motorschaden, die beiden anderen einen dicken Stein in der Scheibe. Das war ein Grund für Jolly und Georg noch eine Woche länger zu bleiben. Um die Stimmung etwas zu heben, wurde um 14 Uhr nachmittags gleich eine Flasche Wein geöffnet und alles war etwas leichter zu ertragen.
Leider hatte Peter Grech nicht ganz so viel Arbeit wie gedacht für zwei deutsche Pärchen, weswegen vor allem bei Regen nur noch Georg arbeiten konnte und Jolly und wir uns den Tag auf dem Campingplatz vertreiben durften.
Zwei Tage später gab es ein neuerliches Drama: die Waschtasche der beiden war verschwunden. Wahrscheinlich haben die beiden vergessen die am Auto außen hängende Tasche wieder ins innere zu legen, weswegen sie bei der Autofahrt wahrscheinlich abhanden gekommen ist. Nachdem der Campingplatzmanager gefragt wurde, ob sie vielleicht gefunden wurde, ging’s erst richtig los. Zunächst wurde Diebstahl von einer auf dem Platz lebende Aboriginefrau vermutet, dann von Rowdys aus der Stadt oder den nenbenan wohnenden Franzosen. Nachdem sie am Abend immer noch unauffindbar war, wurde gegen den Willen von Jolly und Georg die Polizei benachrichtigt, die doch tatsächlich wegen einer Waschtasche vorbeikam. Wir dachten schon daran eine Gedenkstätte zu errichten. Obwohl auch nach einem Belohnungsversprechen durch die Frau vom Manager Nichts aufgetaucht ist, beruhigte sich die Situation langsam wieder. Was für eine Aufregung in Canowindra!

Dorf-Polizei

Ab und an dürfen wir auch mal zu Galeas, was eine Eisbergsalat- und Brokkolifarm ist. Dort werden wir zum Ernten eingesetzt. Brokkolischneiden macht echt Spass, Salat ist hingegen etwas anstrengender, da man alle braunen Blätter aussortieren und den Salat in einer bestimmten Art und Weise schneiden muss. Die Farm gehört einer Familie, bei der man doch eine Weile braucht, um mit ihrer Art vertraut zu werden. Der Mann ist ein verrückter Farmer, der die ganze Zeit Witze in einem dermaßenen Aussie-Slang reißt, dass man ihn kaum versteht, aber trotzdem mitlacht, weil er so lustig drauf ist. Meistens ist Lars Opfer seiner Witze. Die Frau, die wir erst beim zweiten Mal kennen lernten, war uns gleich unsympathisch. Sie schrie rum wie eine wilde Furie und hatte fast bei jedem Salat etwas auszusetzen, vor allem bei Yvi. Am Ende des Tages wurden wir allerdings von Conerstone gelobt mit „Very well done“ und schauten sie nur entgeistert an. Wir wurden aufgeklärt, dass normalerweise Neulinge noch viel mehr beschimpft werden und dass die Familie sogar schon mehrmals nach uns gefragt hat. Der zweite Tag mit Jane (der Frau) war schon besser zu ertragen und wir hoffen auf bessere zukünftige Zusammenarbeit.

Sonnenuntergang

Unser Auto ist nach schweren Kämpfen um einen Werkstatttermin und $316 weniger auf dem Konto wieder ganz und hält hoffentlich jetzt mal ein wenig länger.
Wir haben heut mal wieder Regen, der uns mal wieder ziemlich ankotzt (haben wir das schon erwähnt?) und wahrscheinlich bei weiteren Tagen schwere Depressionen verursachen wird und unsere Hoffnung auf morgige Arbeit sinkt gerade rapide.

Kommentare

4 Antworten auf „Gebt die Sonne wieder her!“

  1. ..wenn man im Zelt liegt und der Regen prasselt aufs Zelt, kann man doch gut schlafen….
    ..da Ihr aber viel lieber arbeiten wollt, wünsche ich Euch schönes sonniges Wetter..

  2. Also hier in Wiesbaden hat es seit ich hier bin ( 8 Wochen) nicht mehr geregnet. Ich kenne das Gefühl nur noch aus der Dusche. Wir haben auch gerade den wärmsten November seit Jahrzehnten. Es sid immer noch 10°C mit Sonne und die Temperatur sinkt erst langsam ;o) Führt nicht zuviele Regentänze auf, viel Glück ;)

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