Hart, aber gut für’s Reisebudget

Gerade auf der Autobahn in Richtung Blue Mountains, empfing uns eine positive Antwort auf unsere Bewerbung für einen Farmjob. Uns wurde so ziemlich zugesagt unter der Bedingung, dass wir direkt am nächsten Tag anfangen und bis Mitte Januar bleiben. Wir sponnen uns schon unsere nächsten 2,5 Monate in einer Familienfarm aus. Wir entschieden uns spontan zuzusagen und die Blue Mountains auf später zu verschieben. Unser Reisebudget war zwar nicht ausgeschöpft, aber da die teure Überfahrt nach Tasmanien unmittelbar bevorstand, war dies eigentlich ein guter Zeitpunkt, um die Gelegenheit am Schopf zu packen.

Wir erreichten nach langen 300km Canowindra, was zumindest einen Campingplatz besitzt. Ist ja doch verwunderlich bei 1500 Einwohner (man bemerke, dass das schon eine Stadt ist in australischen Verhältnissen). Nachdem wir unser Zelt aufgebaut und die Wochenrate für den Campingplatz erfahren hatten ($105 pro Woche mit Strom für zwei Personen), machten wir uns auf die Suche nach dem Büro. Anstatt einer Familienfarm oder eines offiziellen Vermittlerbüros erwartete uns eine kleine christliche Community, die ihre Studien mitten im Nix betreiben. Wir waren etwas verwundert, unterschrieben aber trotzdem.

0022_Canowindra_sterne_4

Am nächsten Tag nach einem frühen Aufstehen um 5 Uhr, betraten wir das erste mal unsre Arbeitsstätte: ein Weingut. Wir rackerten uns 5h ab mit „de-suckering of grape vines“, was, wie wir erst vor Ort herausfanden, Beschneiden von Weinstöcken bedeutet. Fünf Stunden Abrackern am Tag hat uns schon relativ gut mitgenommen und wir bemerkten, dass es zur Eingewöhnung fur die erste Woche reicht. Ab der zweiten Woche erwartet uns wahrscheinlich mehr Arbeit.
Der zweite Tag mit Muskelkater und Rückenschmerzen vom Bücken wurde noch schlimmer und wir hoffen, dass wir uns bald daran gewöhnen werden. Der Gedanke an $18 pro Stunde und ca. $10.000 Sparen in 2,5 Monaten wird uns schon dazu bringen.

Mal davon abgesehen geht’s uns nach kurzer Eingewöhnung auch ganz gut in Canowindra. Das wichtigste für Lars, eine funktionierende neue Simkarte mit Handyempfang und Internet wurde gekauft (neue Nummer:+61458950513), das Camp aufgebaut mit Regenschutz und Campingküche und sich ausgiebig mit den Mitarbeitern unterhalten. Am ersten Abend wurden wir zum Dinner eingeladen und wir blieben lange, um uns bei einem schönen Sonnenuntergang über der hügeligen Weinlandschaft ein wenig über Gott und die Welt zu unterhalten.

Unser kleines Camp-

Donnerstag konnten wir leider nicht arbeiten, da viele Farmer aufgrund des matschigen Bodens und der Gefahr wegen Blitzen abgesagt hatten und somit nicht genug Arbeit da war, um uns zusätzlich zu beschäftigen. Wir verbrachten den ungeahnten freien Tag in Cowra, der nächstgelegenen „größeren“ Stadt (8000 Einwohner), um unseren Wocheneinkauf zu erledigen und einige kleine Dinge für unser Camp zu kaufen. Wieder in Canowindra angekommen, dachten wir darüber nach vielleicht doch in ein richtiges Zimmer umzuziehen, da es schön ist sich nach körperlicher Ertüchtigung in ein richtiges Bett zu legen. Wir entdeckten sogar eine Unterkunft für nur $120 pro Woche für uns beide zusammen. Als wir uns jedoch die sanitären Anlagen und die Kochmöglichkeiten angesehen hatten, waren wir nicht mehr ganz so überzeugt von der Idee und als uns der Campingplatz-Manager dann auch noch die Rate ohne Strom für $44 pro Woche angeboten hat, weil unser Stromverbrauch so gering ist (nur Laptop und Handy), entschieden wir uns einstimmig dafür es mit campen zu versuchen. Die Bäder werden hier zwei Mal am Tag gesäubert und die Kochstelle ist auch in Ordnung. Außerdem haben wir uns schon super mit dem Manager angefreundet. Nachdem wir ihm einen selbstgepflückten Salatkopf vom Feld mitgebracht hatten, hatte er uns auf jeden Fall ins Herz geschlossen.

frischer Salat vom Feld

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit Bewegen von Melonen-Pflanzen (klingt einfach, ist aber saumäßig für den Rücken) und mit der Ernte von Salat und Brokkoli, was uns bis jetzt am besten gefallen hat. Wir sind gespannt, was uns nächste Woche noch so alles erwartet. Mit vier verschiedenen Tätigkeiten in fünf Tagen und $848 Verdienst (bei 5h am Tag) zu zweit ist die erste Woche mit einer ganz guten Bilanz zuende gegangen.

Melonenfeld

Leider sind wir in den nächsten zwei Monaten nicht mehr so viel unterwegs und werden nicht ganz so viel interessante Dinge zu Gesicht bekommen, wir versuchen euch aber trotzdem mit kleinen Geschichten der Feldarbeit zu versorgen.

Kommentare

7 Antworten auf „Hart, aber gut für’s Reisebudget“

  1. Hast ein zu viel im Tee Zoppel?

    Dingenskirchen

    Uns geht’s recht gut. Hier ist es aber ständig am regnen, weswegen wir nicht arbeiten können.
    Auto ist wieder heile und fährt spitze. SOnst gibt es nicht viel neues. Außer, dass uns auch der Alltag wieder hat, da wir jeden Tag um 5 Uhr aufstehen müssen (wenn wir arbeiten dürfen/können) und dann 5-10 Stunden arbeiten.

  2. Lange nix mehr gehört von den Weltenbummlern? Wohl zwischen den Erdschollen verschüttet worden? Oder Lars bei Piefen eingepennt und dann verschmorrt? ;-)

    hey, ihr seid gut unterwegs….

    Dingenskirichen

  3. ….einen kurzen Kommentar von mir, und schon habt Ihr einen Job…
    ….die Geschichten von der Feldarbeit, Weintrauben, Salat, Brokkoli und Melonen finde ich gut, vorallem für Eure Geldbörse und Lebenserfahrung…..

  4. Zoppel war wieder richtig böse!! Das mit dem Geldverdienen durch harte Arbeit ist aber ok.
    Haltet durch!! Die Schmerzen vergehen schnell, der Lohn produziert neue Abenteuer.
    Tschüss
    (Er ist nur neidisch, weil er keinen Karren mit 4-Rad-Antrieb hat.!)

  5. Endlich müssen die Jungspunde mal richtig malochen! Dachte schon, das wird gar nix mehr ;-)
    die richtigen Jobs kommen bestimmt noch, wie Erdnüsse kernweise einzeln pflücken, Regenwurm-Einzelinkjektion auf 10 Hektar-Feldern, Spargelstechen (das hättet ihr hier auch haben können!!)

    Zoppel

  6. Wow, hört sich super an. Da macht Ihr ja mal richtig viel Geld! Also wird es dann wohl klappen mit dem Plan eimal komplett rumzukommen ;)

    Da werden ein paar Rückenschmerzen, Muskelkater etc. doch gern in Kauf genommen oder? :)

    Success!

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