Im Regenwald gibt’s sogar Regen

Nachdem unser Auto nun mehr oder weniger wieder repariert war, machten wir uns auf ein Neues in Richtung Süden. Unser erstes Ziel war die Hippiestadt Byron Bay. Und tatsächlich liefen uns viele junge Leute in bunten Klamotten und mit Dreads über den Weg. Der Strand war herrlich so wie überall und es gab abends viel Live- Musik. Von den alternativen Trommlern am Strand über die aktuelle Musik im Club und Blues in der Kneipe um die Ecke war alles dabei. Wir verabschiedeten uns aber schon am frühen Abend von Byron Bay und suchten uns eine Bleibe für die Nacht.

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Weiter ging’s nach Grafton, einer mittelgroßen etwas verschlafenen Stadt mit vielen Backsteinhäusern. Wir ergattern einen National- Park-Pass für New South Wales für 65$ und begannen beim Yuragir National Park. Nach einem kleinen Streit ging jeder seiner eigenen Wege. Yvi wanderte über die bergige Landschaft über den Klippen und sichtete sogar Wale in der Ferne. Lars entschied sich für den Weg am Meer, kletterte über Steine und genoss den Abend am goldenen Strand. Danach trafen wir uns am Campingplatz, hatten uns viel zu erzählen und versöhnten uns ganz schnell wieder. Danach gabs ein leckeres Dinner mit hoppelnden Riesenkängeruhs als Zuschauer.

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Am nächsten Tag standen wir schon um 6 Uhr auf, um dem Ranger zu entwischen, der unsere Campinggebühr eintreiben sollte. In den frühen Morgenstunden bekamen wir unser erstes wildes Emu zu Gesicht. Über einem holprigen 4WD- Track ( 60min für 17km) verliessen wir den Park und erreichten nach ein wenig Fahrt Coffs Harbour. Eigentlich sollte dort nur ein kurzer Stopp zum Mittagessen erfolgen. Als wir jedoch das Angebot einer Waltour für 18$ pro Person sahen, entschieden wir uns eine Nacht zu bleiben, am Nachmittag den Strand zu genießen und am nächsten Tag die Waltour zu machen. Leider wurde aus beiden nix. Kurz nachdem wir unser Lager auf dem teuren Strandcampingplatz aufgeschlagen hatten, färbte sich der Himmel schwarz und es sah leider nicht mehr nach Strandbesuch aus. Wir badeten also nur schnell im Pool ( teure Campingplätze muss man ja ausnutzen). Am Abend nach dem Essen ging’s dann richtig los. Es gewitterte und goss in Strömen. Der Blitz war so hell wie eine Bühnenbeleuchtung und der Donner krachte als würde die Welt untergehen. Unser Zelt hatte nun Bestandsprobe. Nach reichlichen Überlegungen im Auto ( im Sitzen ) zu schlafen, entschieden wir uns doch für das Zelt. Die ganze Nacht gewitterte es durch und man bekam schon etwas Angst in unserem kleinen Palast. Aber siehe da, unser 60$ -Zelt ist dicht und gewittertauglich, in Extremsituation getestet!
Am nächsten Morgen riefen wir unsere Wale-Watching-Tour-Agentur an, die uns mitteilte, dass ein Sturm über dem Meer tobt, weswegen die Tour ausfällt. Da wir nicht länger in Coffs Harbour warten wollten (für die nächsten Tage war ähnliches Wetter angesagt) nahmen wir das Geld zurück und fuhren weiter.

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Im Dorrigo National Park angekommen, fing es schon wieder leicht an zu nieseln. Wir freuten uns auf den hochgepriesenen Skywalk, von dem wir schlussendlich vor lauter Enttäuschung noch nicht mal ein Bild gemacht haben. Bei Regen und Nebel ist er nicht sehr spektakulär, da man nicht viel mehr als weiß sieht. Wir entschlossen uns trotz allem den 6km langen Wanga Wanga Walk zu machen und wurden auch belohnt. Trotz andauerndem Regenfall (hier konnten sich endlich die in Deutschland gekauften Regenjacken unter Beweis stellen) war der Weg durch den von Nebel durchsetzen Regenwald mystisch und durchaus eine andere Erfahrung. Zum ersten Mal regnete es im Regenwald und es bildeten sich überall kleine Wassertropfenwolken. Weiterhin kamen wir an zwei Wasserfällen vorbei, wobei uns der Crystal Creek Fall besonders gefiel. Man konnte diesmal sogar hinter dem Wasserfall laufen und es war eine riesige Brücke davor gebaut. Sehr eindrucksvolles Erlebnis!

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Den zweiten Walk im Dorrigo konnten wir leider nicht machen, da der Regen immer stärker wurde. Wir quartierten uns für mehrere Stunden in der überdachten Picknick-Area ein und zündeten im kleinen kaminartigen Schacht ein Feuer an und genossen die romantische Stimmung bei Regen.

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Jedoch blieben Sorgen um die bevorstehende Nacht. Wir entschlossen uns zurück zur Küste zu fahren und hofften auf besseres Wetter.

Wir kamen im Hat Head National Park gegen Abend an und schafften es gerade noch so unser Zelt im Trockenen aufzustellen bevor es wieder begann wie aus Eimern zu schütten. Diesmal hatten wir keine Angst, wir wussten ja nun bestens um die Stärke unseres Zelts Bescheid. Den nächsten Tag blieben wir ebenfalls dort, damit unser Zelt trocknen konnte. Wir schauten uns den örtlichen Leuchtturm an, relaxten, kochten ein leckres Essen und genossen den Abend am Feuer.

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Am nächsten Tag fuhren wir in den Crowdy Bay National Park. Wir bewunderten den schönen Strand und die einzigartigen Felsformationen, die aus ehemaliger Lava entstanden und ließen den Abend am einsamem Campingplatz mit einem Feuer ausklingen.

Am nächsten Tag lockte schon der nächste National Park. Ein paar Kilometer weiter gabs The Great Lakes mit dem Booti Booti National Park und den Myall Lake National Park. Im ersteren machten wir nur einen kurzen Halt, um eine warme Dusche zu genießen und kurz den Strand zu erkunden. Unser Camp schlugen wir schon früh am Myall Lake auf und verbrachten den etwas wolkigen Tag mit Relaxen und einem erfrischendem Bad im glasklaren See mit weißem Sand. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang am See freuten wir uns auf einen entspannenden Abend mit frühem Schlafengehen. Jedoch bemerkten wir schnell, dass auf dem vorher ziemlich verlassenem Campingplatz auf einmal Leben erwachte. Nacheinander kamen ca. 25 Autos an und es dröhnte Musik aus einer Anlage, die eher für ein Konzert bestimmt schien – und das im National Park! Der Versuch Schlaf zu finden war bis morgens um 4 Uhr vergebens und um 8 Uhr ging die Musik schon wieder von vorne los. Den freundlichen Abschiedsgruß der Teenies erwiderten wir mit verschlafenen grimmigen Blick und Lars sogar mit Stinkefinger.

Nach dieser unfreiwillig durchgemachten Nacht, war unser nächster Tag eher träge. Wir machten eine nette Fahrt durch die restliche Seenlandschaft und suchten uns im Regen einen Campingplatz in Kaluah in Port Stephens. Nach einem Spaziergang am platzeigenen Bootssteg und Boardwalk durch Sumpfland war der Tag auch schon vorbei.

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Kommentare

2 Antworten auf „Im Regenwald gibt’s sogar Regen“

  1. Wie immer super tolle Fotos!!! Ich kann mich ja ärgern, dass ich nicht mit ins Flugzeug eingestiegen bin… ;-)
    Yvonnes Augen lassen tief blicken und die ein oder andere Sommersprosse ist hinzugekommen.
    Weiterhin viel Spass

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