Back On The Road – Canberra

Mit etwas schwerem Herzen, aber doch voller Vorfreude auf das Weiterreisen, verließen wir am Dienstag Canowindra. Es war doch sehr seltsam nach neun Wochen alles wieder abzubauen und den Platz leer vorzufinden. Ab jetzt müssen wir uns wieder umgewöhnen: jeden Tag etwas Neues sehen, einen Schlafplatz suchen, Zelt auf- und abbauen, Routen planen, strategisch einkaufen und nicht mehr um fünf Uhr aufstehen.
Der erste Stopp sollte die Landeshauspstadt Canberra (ACT – Australian Capital Territory) sein. Leider war das Reiseglück noch nicht zu uns zurückgekehrt. Auf der ausgesuchten Rest Area war Campen nicht mehr erlaubt, der günstige Campingplatz machte Sommerpause und der dann doch gewählte hatte keinen Kühl- bzw. Gerfrierschrank zum Einfrieren unserer Wasserflaschen für unsere Eisbox. Aber alles kein Problem, wir lassen uns ja nicht unterkriegen. Nachdem wir den ersten Tag sehr ruhig angegangen sind, brachen wir am Mittwoch zum Kulturschock in die in Innenstadt von Canberra auf. Den Vormittag verbrachten wir auf der Regierungsseite. Wir nahmen uns Zeit, das Parlament von innen zu besichtigen, bewunderten die Tagungsräume der australischen Politiker und informierten uns über die parlamentarische Monarchie. Andere Bauwerke wie das alte Parlament, die Kunstgalerien, Botschaften, Gericht und Staatsbibliothek sahen wir uns von außen an.

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Nach so viel Kultur brauchten wir erstmal eine Pause und bummelten auf der anderen Seite des künstlich angelegten Lake Burley Griffin im Stadtzentrum, gönnten uns einen Kaffee und gewöhnten uns langsam wieder an das „Unterwegssein“.
Danach waren wir wieder ausgeruht für mehr Kultur und wir wagten uns vor in das War Memorial, welches Australiens Rolle in allen möglichen Kriegen darstellt. Es ist ein sehr eindrucksvolles Museum mit bildhaften Darstellungen und viel Deutschlandbezug.

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Bevor wir zum Campingplatz zurückkehrten, schauten wir uns noch Canberra vom Ainslie Mountain aus an. Leider war das Wetter mal wieder nicht das beste.

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Nach einer durchgefrorenen Nacht im Zelt strahlte die Sonne wieder und wir verbrachten den Vormittag im National Museum of Australia. Ja, man mag es kaum glauben, gleich drei Museen in einer Stadt, obwohl wir sie in den letzten Städten so vermieden haben. In der Hauptstadt wird man wohl doch etwas nachdenklich, ob man nicht doch NOCH mehr über das Land lernen sollte und ein anderer Grund war, dass viele Museen freien Eintritt haben. Letzteres hat uns leider nicht so gefallen. Zwar beeindruckte uns die Architektur des Gebäudes, weniger aber seine Ausstellung.

Wir waren schon ganz aufgeregt, endlich sollte es nach Canberra wieder in die geliebte Natur gehen. Der Namadgi National Park sollte der erste nach unserer langen Pause sein. Wir suchten uns aus besonderem Grund einen bergigen aus, da wir ja leider die Blue Mountains überspringen mussten wegen der Arbeit.
Im Namadgi NP wanderten wir am ersten Tag zum Yankee Hat. Wir wanderten über Bergwiesen, die mit Hunderten von Kängurus übersähet waren. Das erste Mal erblickten wir ein Baby im Beutel. Das lustige war, dass manchmal nur der Kopf, manchmal nur die Beine oder der Schwanz und manchmal alles heraus gelugt hat. Sehr lustiger und putziger Anblick!

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Unser Lager schlugen wir an diesem Abend am Mount Clear auf. Wir kochten unser Abendbrot überm Feuer und stießen mit süßem Sekt auf unsere weiteren Pläne an. Die Nacht verbrachten wir mit jeweils zwei Hosen, Pullis und Socken, den Schlafsack bis oben hin zugezogen, Kapuzen auf und eng aneinander gekuschelt. Leider froren wir trotzdem bei vier Grad!

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Nachdem wir uns am nächsten Morgen wieder aufgewärmt hatten, unternahmen wir noch eine weitere bergige Wanderung bis auf 1459m Höhe. Wir genossen einen wunderschönen Blick auf die ersten Ausläufer der australischen Alpen. Anschließend stoppten wir an einem Bergtal, in dem man restaurierte Siedlerhütten aus dem 19. Jahrhundert. bewundern konnte. Toll war, dass sie so verlassen mitten im Nichts standen und man sich beim Betreten ein wenig in der Zeit zurückversetzt fühlte.

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Danach entschlossen wir uns Richtung Snowy Mountains oder besser Kosciuszko National Park weiterzureisen, obwohl das wohl noch kältere Temperaturen bedeuten würde. Wir bereiteten schon alles Equipment und auch unsere mentalen Gedanken auf einen 6,5km langen Aufstieg auf den größten Berg Australiens vor. Als wir im Visitor Centre aber erfuhren, dass wir noch einmal $16 Eintritt pro Tag für den Park bezahlen müssen plus $31 pro Person für den Sessellift, blieb uns die Sprache weg. Eine weitere Alternative wäre eine Wanderung von 18km auf den Berg (Hin und Zurück) zu unternehmen. Hinzu kam der Gedanke, dass die Aussicht wahrscheinlich nicht viel anders oder besser aussehen würde als die, die wir am Vormittag schon gesehen hatten. Eigentlich wollten wir ja sagen können, dass wir auf dem höchsten Berg Australiens waren, aber wir dachten uns bei so vielen Zeichen, die gegen den Aufstieg sprachen, bleiben wir lieber für eine Nacht im schönen Bergdörfchen Jindabyne am Bergsee Lake Jindabyne und schnuppern hier ein wenig Bergluft, bevor es morgen wieder Richtung Küste geht.

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Kommentare

2 Antworten auf „Back On The Road – Canberra“

  1. ….mit Hunderten von Kängurus übersähet waren…
    Grüßt die Kängurus schön von mir. Danke für das schöne Känguru Bild!!

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