Sapphire Coast – Immer der Nase nach

Nach einer schönen Nacht am wunderschönen Lake Jindabyne machten wir uns wieder auf Richtung Küste. Lars schlug vor, eine idyllische Route durch einen National Park statt dem Highway zu nehmen. Wir hatten auch noch ein wenig Zeit, denn wir waren für Dienstag bei den Eltern unseres ehemaligen Arbeitgebers Phill eingeladen und mussten uns bis dahin ein wenig Zeit vertreiben.
Aus Mangel von Informationszentren unterwegs fuhren wir also in den Deua National Park ohne genaue Karten, einfach mal drauf los. Der im Navi eingegeben Ort „Snowball“ war gar kein Ort, sondern nur eine Kreuzung auf einer Schotterstraße. Wir liessen uns aber nicht beirren und nahmen die doch etwas merkwürdig aussehende Abzweigung in den eigentlich National Park (Geländewagenstrecke). Schon nach wenigen Metern erwartete uns die erste tiefe Flussdurchquerung, dessen Tiefe Yvi erstmal zu Fuss austesten musste.
02_Deua-NP_sterne_5

Zwar war ein Campingplatz und unser gesetztes Ziel ausgeschrieben gewesen, aber nach einigen Kilometern mitten durch den Wald waren wir uns doch etwas unsicher und ärgerten uns über die fehlende Karte. Was blieb uns übrig? Wir fuhren einfach weiter. Und die Strecke wurde nun immer abenteuerlicher. Zuerst ging es immer steiler hinauf mit 20-30% Steigung und dann wurde die Schotterstraße auch noch zur Geröllstraße. Wir kamen uns vor wie bei einer Bergbesteigung, nur mit dem Auto. Sehr faszinierend, was unser Auto alles so kann, aber wir zweifelten immer mehr, dass dies der richtige Weg ist. Der Name der Straße „Dampier Fire Trail“ ließ auch eher auf einen Rettungsweg der Feuerwehr als auf einen Weg zu einem Campingplatz schließen. Nachdem wir den ganzen Berg nun erklommen sind (denn wir kamen nach ungefähr 15km, für die wir knapp 2 Stunden gebraucht haben, auf dem Berggipfel mit Gipfelkreuz an), ging der ganze Spaß natürlich auch wieder nach unten, natürlich mit den gleichen Steigungswinkeln. Wir würden gerne ein Höhenprofil von dieser Abenteuerstraße abbilden, jedoch haben wir leider keines im Internet gefunden.

02_Deua-NP_sterne_4 02_Deua-NP_sterne_5-3

Nach der anstrengenden, aber auch lustigen Fahrt, wurden wir dann doch mit einem wunderschönen Campingplatz mitten im Wald in einem Tal belohnt. Wir schlugen unser Lager auf und schauten geisteskranken Australiern dabei zu, wie sie auf den heikelsten Strecken (z.B. durch einen Fluss in Flussrichtung) ihre Geländewagen ausprobierten und dabei stecken blieben. Mit Würstchen über dem Feuer liessen wir unseren Abend ausklingen und waren schon auf den nächsten Tag gespannt.
Dieser ging abenteuerlich weiter. Nach einer 4km-Wanderung am und mehrmals durch einen Waldfluss, erreichten wir die Bendethera Caves (Höhle). Wir freuten uns etwas Neues auszuprobieren, wappneten uns mit Stirnlampen und begannen den Abstieg auf eigene Faust. Denn in dieser Höhle gab es keinen Guide und keine Touren. Einzig ein warnendes Schild begegnete uns am Eingang der Höhle. Wir dachten nach einer steil hinunter ragenden Treppe mitten ins Dunkel gibt es nichts schlimmeres mehr, aber wir haben uns geirrt.

02_Deua-NP_sterne_5-4 02_Deua-NP_sterne_5-5

Wir rutschten Hänge herunter, kletterten an Eisenketten hinauf und krochen durch winzige Löcher, nur damit wir letztendlich in einer riesigen schwarzen Höhle voller Fledermäuse endeten. Wir beteten beide, dass unsere Lampen durchhalten würden und hatten doch etwas Herzklopfen, so mitten in einem Fels drinzustecken. Nach mehrmaligen Abrutschen beim Kettenwandern, hatten nun auch Yvis Klamotten eine ganz neue Farbe.

Nach so viel Adrenalin entschieden wir uns nun doch wieder den Weg Richtung Meer fortzusetzen und kamen in der Nähe von Narooma wieder auf den Princess Highway zurück. Unser erster kleiner Stopp führte uns zu dem kleinen Ferienörtchen Bermagui. Wir spazierten ein wenig auf den Felsvorsprüngen am Meer und plötzlich rief Lars ganz laut Yvis Namen und deutete ins Meer. Wir dürfen nun ein neues wildes Tier in unsere Gesehen-Sammlung aufnehmen: eine Seerobbe. Auch als wir näher kamen, liess sie sich nicht beirren und spielte fleißig weiter im Meer und mit den Wellen. Ein schönes Schauspiel! Wir blieben gebannt stehen, um sie dabei zu beobachten.

03_Pambula-SaphireCoast_sterne_5

Nun war genau die richtige Zeit, um in Pambula aufzutauchen und Phill’s Eltern Sandra und Barry zu besuchen. Sie begrüßten uns herzlich auf ihrem riesigen farmartigen Grundstück mit 11 Kühen und nahmen uns gleich mit auf eine Nachmittagstour in die nähere Umgebung.

03_Pambula-SaphireCoast_sterne_5-2 03_Pambula-SaphireCoast_sterne_5-3

Wir besichtigten die kleinen Ferienorte Pambula und Merimbula, genossen die Aussicht an verschiedenen schönen Stränden der Sapphire Coast und wurden in Eden auf leckere Fish & Chips eingeladen. Das Highlight des Tages war jedoch der Besuch bei Freunden der beiden, die eine kleine Melkerei besitzen. Wir kamen genau zum richtigen Zeitpunkt an: es wurde gemolken. Schwuppdiwupp waren wir mitten im Getümmel und durften die Melkmaschinen sogar selbst an den Kuheutern befestigen.

03_Pambula-SaphireCoast_sterne_5-4 03_Pambula-SaphireCoast_sterne_4

Leider konnte es eine Kuh nicht länger aushalten und ergoss über Lars ihr tägliches Geschäft. Danach durften wir noch beobachten, wie die kleinen Kälber gefüttert werden und wie der riesige Milchtank die ganze Milch aufsog.
Der Abend musste natürlich beendet werden mit einem schönen Spielchen. Dies war der eigentliche Ausgangspunkt, weswegen wir unbedingt vorbeischauen sollten.

03_Pambula-SaphireCoast_sterne_5-5

Die letzten Tage haben wir hier etwas gemütlich angehen lassen, die Sonne am Strand genossen, eine Sandburg gebaut und Lars war am Yowaka Fluss, der zu dem Grundstück von Sandra und Berry gehört, angeln. Am zweiten Abend wurden wir mit einem tollen Aussie Barbecue verwöhnt, zu dem auch einer von Barry und Sandra’s Söhnen und ein paar Nachbarn eingeladen waren. Wir genossen saftige eigens geschlachtete Rinder-Steaks und einen selbst gemachten Kartoffelsalat von Lars und viele Reisegeschichten aus Western Australia der älteren Generation.
Diese Erfahrung möchten wir keineswegs missen, denn das Kennenlernen der australischen Leute, ist für mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar noch mehr wert wie das Besichtigen von Städten oder der Landschaft.

Wahrscheinlich wird uns unsere Nase aufgrund von Empfehlungen danach wieder mal ein wenig durchs Inland leiten, bevor wir die fantastischen Landschaften von Tasmanien bestaunen dürfen.

weitere Bilder in unserer Gallery

Kommentare

4 Antworten auf „Sapphire Coast – Immer der Nase nach“

  1. Eure Bergbesteigung mit dem Auto auf Schotter- und Geröllpiste und die Höhlenbesichtigung ist schon ganz schön mutig von euch!!
    Weiterhin viel Spaß und schöne Erlebnisse.

  2. Hallo Gaby, das freut mich echt sehr, dass ihr immer fleißig unseren Blog verfolgt! :) Ich hoffe, euch geht es gut und schöne Grüße an Inge und Kalli.

  3. Hallo Ihr Zwei! Wir verfolgen immer Euren Reiseberichte. Ich muß schon sagen, dass sie immer aufregend geschrieben sind. Warten auch immer auf neue Geschichten und Bilder. Macht weiter so und wir wünschen Euch weiterhin alles Gute bei eurer Reise. Ihr seid spitze !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.