Die fünfte und letzte Großstadt – Perth

Nachdem wir aus dem schönen Southern Forest hinausgefahren sind, erwartete uns die Magaret River Region. Viele unsere Bekanntschaften sagten uns, dass dieses ein Muss für die Australienreise sein sollte und wir es genießen sollten. Von Pamberton ging es erst einmal durch Wald und über Hügel an die Küste. An der Hamilton Bay verbrachten wir den Vormittag und aalten uns ein wenig in der Sonne. Leider erfuhren wir zu spät, dass dort riesige Rochen heimisch sind, die man sogar streicheln konnte. Das konnten wir leider nicht mitnehmen. Wir hätten nur 200m weiter gehen müssen, anstatt uns faul in der Sonne zu aalen und zu lesen.

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Das obige Bild zeigt die riesigen Rochen, die wir verpasst haben. Georg, den wir ja nun schon öfter getroffen haben, hat sie jedoch entdeckt und ein super Bild geschossen. (Danke für das Bild, Georg)

Magaret River an sich war nur ein kleines Örtchen mit überteuerten Spritpreisen und vielen Touristenbuden, in denen man Souvenirs kaufen konnte. Die Frau in der Touristeninfo gab uns einige Vorschläge für Weingüter, einige Höhlen und Surfstrände.
Jedoch wollten wir keine Weinprobe machen ohne Wein zu kaufen und diese konnten wir uns nicht leisten, Höhlen kosteten leider auch $22 und mehr pro Person und unsere tolle Höhlenexpedition, die wir damals im Deua National Park durchlebt haben, kann sowieso keine mehr toppen und Surfen können wir leider nicht.
Wir nisteten uns trotzdem in dem einzigen günstigen Campingplatz ein. Eigentlich war es mehr eine Farm, auf der man auch campen konnte. Es war die Anlaufstelle für alle arbeitenden Backpacker in der Region und das waren viele. Für $25 musste man aber seine Dusche dann noch selbst wischen. Der nächste Tag führte uns gleich wieder raus aus dem doch etwas zu touristischen Städtchen. Auf der Fahrt nach Norden hielten wir bei der „deutschen“ Duckstein Brauerei, die jedoch von Australiern geführt wird. Wir kosteten einen Schluck vom „Dunkel“ und gönnten uns ein 0,3l Festbier und genossen die Sonne auf der prunkvollen Terrasse.

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Der weitere Weg führte uns nach Cape Naturaliste. Leider war der Leuchtturm und auch die Steinformationen nicht so eindrucksvoll wie auf den Bildern, doch wir genossen trotzdem die schöne Meeresbriese.

Gegen Abend kamen wir in Busselton an und wappneten uns mit unserer neuen Taucherbrille und Schnorchel auf die bunte Unterwasserwelt. Der Busselton Jetty mit seinen 1,8km ist der längste in der südlichen Hemisphäre und soll sich super zum Schnorcheln und Angeln eignen. Am Anfang des Steges angekommen, lachte uns eine riesige Tafel an, die uns informierte, dass wir $2,50 Eintritt bezahlen sollen. Die Australier wollen wirklich aus allem Geld machen. In einem kleinen Fischerdorf bei Adelaide gab es einen 1,6km langen Steg, also fast genauso lang, und da musste man nichts bezahlen. Abgesehen davon gibt es in Australien sicher mehr als 1000 kostenlose Jettys und hier wollen sie wirklich Geld dafür. Wir empfanden dies als eine Frechheit und schnorchelten nur vom Strand aus, entdeckten jedoch nicht viel interessantes. Allerdings war der Sonnenuntergang am Jetty sehr schön und wir genossen die laue Abendbriese und die wundervolle Aussicht.

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Danach begaben wir uns mal wieder auf Schlafplatzsuche. Nach ein wenig Hin- und Herfahren entdeckten wir, die in unserem Campingbuch ausgewiesene Stelle. Und man glaubt es kaum, wir trafen dort, im Dunkeln fast nicht erkannt, Georg wieder. Er hatte sich mit ein paar anderen deutschen Jungs zusammengetan und etwas länger in Magaret River verbracht. Wir freuten uns des Wiedersehens und quatschen ein wenig über die Erlebnisse der letzten Tage.

In Bunburry tauschten wir das schon wieder kaputt gegangene Zelt um und griffen tief in die Tasche für vier neue Reifen für unser Auto ($740). Danach relaxten wir noch ein wenig am Strand, spazierten durch die Stadt und bewunderten den schönen Schachbrettmuster-Leuchtturm.

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Am gleichen Abend bekamen wir noch eine Zusage für eine Couch in Perth und wir freuten uns schon tierisch auf neue Bekanntschaften und natürlich auch auf den Komfort eines richtigen Bettes, einer Dusche und Küche.
Bevor es direkt nach Perth ging, rasteten wir noch einmal in dem kleinen Städtchen Mandurah und an Rockingham, an dem Ausgangspunkt für Penguin Island. Eigentlich wollten wir auf der Sandbank, die die Insel und das Festland verbindet, hinüber laufen, aber da wir erstens nicht mehr so viel Zeit hatten und zweitens es nicht empfohlen wurde wegen starker Strömungen entschieden wir uns dagegen und schnorchelten nur ein wenig am Strand.

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Danach ging es auf nach Perth. Wir wurden herzlich von Olivia begrüßt. Auch Foggels, der schokofarbene Labrardorrüde weddelte die ganze Zeit freudestrahlend mit dem Schwanz. Es wurde uns das niedliche Häuschen gezeigt, dessen Möbel fast allesamt aus dem Sperrmüll geborgen wurden. Klingt zwar etwas seltsam, aber die Einrichtung hat super viel Charme. Die beiden haben ein Händchen dafür Müll zu Designerstückchen umzufunktionieren und perfekt zu arrangieren. Wir haben uns sofort in das kleine Häuschen verliebt und natürlich auch in Foggles.

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Am ersten Abend sind wir zusammen ausgegangen. Leider haben wir schnell gemerkt, dass wir etwas fehl am Platz waren. Alle waren in schicken Kleidchen und Hemden unterwegs mit Monsterabsetzen oder geschniegelten Lackschuhen. Schon bevor wir losfuhren wiesen uns Trey und Olivia darauf hin, dass Flip Flops ein Tabuthema sind und man damit nicht in die Bars hineinkommt. Wir waren auf sowas gar nicht vorbereitet und waren sehr leger gekleidet. Die erste Bar war auf einer Terasse direkt in der Innenstadt und wir bezahlten ganze $10 für ein Bier. Es blieb dann auch bei einem. Danach gingen wir einen leckeren Burger essen, leider auch nicht der billigste, nur um dann in der nächsten Bar nicht mehr reingelassen zu werden. Für unseren ersten zwei Stunden Perth waren dann mal eben $60 weg und wohl hatten wir uns auch nicht gefühlt. Wären wir nur Zuhause geblieben.

Am nächsten Tag schauten wir uns Perth mal bei Tageslicht an. Recht schnell merkten wir beide, dass wir eigentlich übersättigt waren von australischen Großstädten. Wir schlenderten ein wenig durch die Einkaufspassagen, obwohl wir uns sowieso nichts leisten konnten, schauten uns mal wieder Art Gallery und Australia Museum an und schlenderten durch den obligatorischen botanischen Garten mit schönen Blick auf Perth.

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Am Abend waren wir bei Trey und Olivia zum Tacco Essen eingeladen worden. Es kamen noch zwei weitere Amerikaner und wir quatschen ein wenig bei leckeren Fisch Taccos. Dabei durften wir Treys selbstgebrautes Bier probieren, was ausgesprochen lecker war. Wir unterhielten uns noch lange über ihre vergangenen uns unsere derzeitigen Reisen und hatten viel zu lachen.

Am nächsten Tag in Fremantle trafen wir uns, diesmal verabredet, mit Georg wieder. Bevor wir die eigentliche Stadt erreichten, schauten wir uns noch „Sculptures by the sea“ an, wobei Skulpturen am Strand ausgestellt waren und entdeckten echt lustige Dinge.

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Danach schlenderten wir nur ein wenig durch die überfüllte Stadt und am Hafen entlang, bevor wir am South Beach ein paar Würstchen brieten.

An diesem Abend waren wir mit Kochen dran. Da die beiden Couchsurfer Vegetarier sind, war es gar nicht so einfach etwas zu finden, wir entscheiden uns letztendlich für einen leckeren Auflauf und als Desert gab es wieder einmal leckeren Apfelkuchen á la Lars. Die beiden aßen mit großen Appetit, sodass wir daraus schließen konnten, dass es geschmeckt zu haben schien. Wieder saßen wir lange zusammen und amüsierten uns über gegenseitige Reisegeschichten. Ein sehr nettes Pärchen und absolut gastfreundlich!

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Den letzten Tag in Perth genießen wir ein wenig im Luxus eines Hauses für uns allein und bereiten uns schon mal auf die weitere Reise in den verlassenen Norden vor. Wir freuen uns auf die letzten Züge von Australien und sind gespannt, was es noch so zu bieten hat.

Kommentare

3 Antworten auf „Die fünfte und letzte Großstadt – Perth“

  1. was rammelt ihr denn ständig in den städten rum? Lars kümmer dich doch mal um die farm!!! der herbst ist da und wir müssten dann schon mal anfangen alles zu pflanzen!!! oder willst du nächstes jahr nichts ernten???

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