Hin und Her: Man weiß nie, was als nächstes kommt

Nach nun 1,5 Wochen in Darwin hat sich Wiedererwarten schon einiges getan. Wir lebten uns ein wenig im Coolalinga Caravan Park ein und stellten uns auf langes Warten ein. Gott sei Dank war der Pool schön kühl und wir konnten uns zumindest mehrmals am Tag bei der tropischen Hitze abkühlen. Mehrmals fuhren wir in die Stadt hinein, um Jobinterviews zu führen oder unser Auto zur Schau zu stellen. Am Anfang stellte sich aber kein Erfolg ein. Arbeit hatten wir dann schon fast abgehackt, da es einfach zu viele Backpacker in Darwin gibt. Doch das Auto bereitete uns noch Sorgen.

Doch dann am Donnerstag meldeten sich ein paar Italiener, die einen Blick auf unser Auto werfen wollten. Wir trafen uns am Freitag und zeigten ihnen alles, inklusive Getriebegeräusche. Sie waren deshalb etwas unsicher und wir fuhren gemeinsam zu einer Werkstatt. Der Mechaniker von Kmart Autoservice meinte entgegen unseres Mechanikers in Halls Creek, dass dieses Geräusch etwas mit der Kupplung und der Lagerwelle im Getriebe zu tun hätte. Er meinte man kann es reparieren und man bräuchte kein neues Getriebe. Die Kosten würden sich auf $700 bis $800 belaufen. Wir waren erstaunt und boten den Italiener an die Reparatur auf unsere Kappe zu nehmen und das Auto um den Preis zu vergünstigen, also von $5400 auf $4700. Wir betonten jedoch, dass dieser Preis ebenfalls noch verhandelbar ist. Sie meinten sie würden es sich überlegen und sich bei uns melden.
Am Abend erhielten wir einen Anruf und die Italiener meinten es wäre ihnen zu teuer. Yvi fragte, was sie denn bezahlen würden. $4000 war ihr Angebot. Yvi sagte, dass sie es für $4200 haben könnten. Sie berieten sich wieder und riefen nach einer Stunde zurück und erklärten uns, dass es ihnen zu unsicher sei wegen dem Getriebe. Das konnten wir natürlich verstehen und legten resigniert auf.
Danach führten wir eine längere Diskussion, was wir jetzt machen sollten. Wir dachten daran, dass wahrscheinlich die wenigsten Backpacker ein kaputtes Auto kaufen wollen, hätten wir damals auch nicht gemacht. Nach langem Überlegen entschieden wir uns ein ganzes Stück mit dem Preis runterzugehen. Am Samstag stellten wir das Auto für $3900 ins Netz. Nicht einmal eine Stunde später riefen die Italiener wieder an. Sie haben bemerkt, dass wir mit dem Preis runtergegangen sind und für $3900 würden sie das Auto nehmen. Und schwupps hatten wir unser kaputtes Auto verkauft. Die Übergabe sollte am Montag stattfinden.

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Die nächsten zwei Tage verbrachten wir damit unser Auto aufzuräumen und unsere persönlichen Sachen auszusortieren. Es traten immer wieder gemischte Gefühle auf. Einerseits waren wir froh, dass wir unser doch immer Sorgen betreitendes Auto für noch einen einigermaßen vernünftigen Preis losgeworden sind, aber andererseits kam natürlich auch Trauer. Immerhin war unser Pajero unser Zuhause für die letzten acht Monate. Das Campingleben war damit auch vorbei und ab Montag sollten wir unmobil sein.

Wegen der Jobsuche waren wir ein wenig unmotiviert. Zwar hatte sich jemand auf Lars‘ Anzeige bezüglich eines Web Developement Jobs gemeldet und nach seinem Lebenslauf verlangt, aber seitdem Lars diesen geschickt hatte, kam noch keine Antwort. Yvi wurde weder bei dem Nanny- noch bei dem Pflegejob genommen und andere Möglichkeiten hatten sich noch nicht aufgetan. Wir diskutieren lange unsere weiteren Pläne und entschieden uns schließlich dafür zwei Tage in einem Hostel einzuchecken, um dann am Mittwoch nach Indonesien weiterzufliegen.

Am Montag fuhren wir nun ein letztes Mal in unserem Auto in die Stadt. Auf dem Weg dahin bekam Yvi einen Anruf von Britz Campervans, einer Autovermietungsfirma, auf die sie sich beworben hatte. Bryan lud sie für den gleichen Tag zum Vorstellungsgespräch ein. Nun standen die schwer entschiedenen Pläne wieder auf der Kippe.

Der Autoverkauf ging ohne Schwierigkeiten über die Bühne. Nach ein wenig Papierkram und Checken und Erklären des Autos, waren wir $3900 reicher und die Italiener hatten unser Zuhause.

Dank Georg hat Yvi auch ihr Vorstellungsgespräch pünktlich erreicht. Ohne Auto ist man nicht mehr so flexibel. Das Gespräch lief richtig gut. Der Chef der Zweigstelle war in lockerer Typ, der eine Kundenbetreuung sucht. Die Stelle wäre am Counter und Yvi müsste Check-Ins und Check-Outs für vermiete Autos machen, Buchungen tätigen, Autos inspizieren und auf Schäden prüfen, Autos übergeben und generelle Kundenanfragen beantworten. Die Aufgaben würden sich auf direktem Kontakt und per Telefon verteilen. Dieser Job wäre eine wirkliche Chance, da es in den Aufgabenbereichs von Yvis Studium reinpassen würde, man gutes Geld verdienen würde und Yvi ihr Englisch noch perfektionieren könnte. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt, Die Entscheidung wird heute per Telefon mitgeteilt. Davon hängt nun ab, ob wir morgen nach Indonesien fliegen oder doch noch vier Monate hier bleiben.

Lars hat es übrigens endlich geschafft mal Postkarten zuschreiben und zu versenden! :)

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Kommentare

6 Antworten auf „Hin und Her: Man weiß nie, was als nächstes kommt“

  1. Postkarten, mein ewiges Sorgenkind. Ich bin meist im Urlaub viel zu beschäftigt um sie zu scheiben und zu verschicken. Ich kaufe sie und verschicke sie danach von Deutschland aus.

  2. Hallo ihr Beiden! Ihr macht ja im Moment Aufregendes durch, aber lasst euch nicht unterkriegen. Auf alle Fälle spannend zu lesen und mitzufühlen. Wir drücken euch die Daumen für eure Jobsuche und eure Weiterreise.
    Viel Glück und Danke für die Postkarte
    Ohren steif halten das raten euch die “ Grühnen “ aus Arnstadt

  3. Das mit dem Geld fürs Auto lief ja blöde. Aber ihr habt ja noch ein paar Erinnerungsfotos von dem Wagen :-)

  4. Das ist ja spannend mit euch… ;-) Ich drücke die Daumen und hoffe auf eine baldige Nachricht von euch ;-)
    LG

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