Leben in Darwin

Am Tag nach dem Vorstellungsgespräch hat Yvi nun den langersehnten Anruf bekommen. Wie schon ihr Gefühl vorausgesagt hatte, wurde sie genommen und sollte schon am Donnerstag anfangen zu arbeiten. Wir hatten also noch genau 1,5 Tage um eine Bleibe zu finden, was sich doch als schwerer herausstellte als erwartet. Wir schauten uns am gleichen Tag noch zwei Wohnungen an, was doch etwas stressig ist, wenn man auf den Bus angewiesen ist. Leider haben die Australier anscheinend etwas gegen Pärchen in einem Zimmer und verlangen meist fast das doppelte, wenn man zu zweit in einem Raum in einer Wohngemeinschaft wohnt. Da wir ja auch nur die Zusage für einen Job für Yvi hatten, wollten wir uns nicht in extreme Unkosten stürzen. Ein schöner Raum in der Nähe der Arbeit hätte für eine Person $180 pro Woche gekostet, für ein Pärchen gleich $300 pro Woche. Ähnlich war es in einem Appartement in der Stadt: $225 pro Woche alleine oder $340 zu zweit. Das war uns dann doch etwas zu happig.
Wir hatten die Tage vorher schon mit Sally hin- und hergeschrieben wegen ihrem Appartement und uns letztendlich entschieden einfach bei ihr einzuziehen. Das hat sich echt gelohnt. Nun wohnen wir in einer schönen Drei-Zimmer-Wohnung für $230 die Woche. Wir haben ein eigenes Schlafzimmer und Wohnzimmer, Küche und Bad teilen wir uns mit Sally. Sie ist eine sehr sympathische Person und viel unterwegs, weswegen wir das Appartement oft für uns alleine haben. Leider müssen wir aber am 06.06.2012 wieder ausziehen, da ab diesem Zeitpunkt schon andere Leute Ihr Zimmer gebucht haben. Für den Zeitraum vom 06.06. bis Mitte August sind wir noch schwer am Suchen.
Das witzige ist, dass die Wohnung direkt an dem Woolworths gelegen ist, auf dessem Parkplatz wir unsere erste schreckliche Nacht im Auto verbracht hatten. Die Welt ist doch klein.

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Mit das beste an bzw. in der Wohnung ist die super tolle Espresso-Maschine. Mit dieser kann man herrlich leckeren Kaffee zaubern, der eine Gaumenfreude zum sonst benutzten Instant-Mist darstellt.

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Am gleichen Tag wurde noch fix ein Fahrrad gekauft, damit Yvi nicht auf den Bus angewiesen ist. Dies gab es für $60 bei einem Bastler in dem Hostel, wo wir für die zwei Tage übernachtet hatten. Am Ende können wir es sogar wieder für $40 zurückbringen. Außerdem gab er Yvi die Garantie, alles kostenlos zu reparieren, falls etwas kaputt geht.

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Yvi hat gleichzeitig mit Thony angefangen zu arbeiten und wurde in der ersten Woche eingewiesen. Es wurden die Autos gezeigt, DVDs für die Innenausstattungen geschaut, das Computersystem erklärt und den Umgang mit den Kunden beigebracht. Nach zwei bis drei Tagen konnte sie alle Prozesse für das Abholen und Abgeben der Fahrzeuge fast allein bewältigen. Die Arbeitszeiten sind von 7.30 bis 16Uhr und Yvi arbeitet fünf Tage die Woche zwischen Montag und Sonntag. Sie hat also immer verschiedene Tage frei. Thony kam leider mit der Einarbeitung nicht so zurecht und als ein Kunde etwas grummelig zu ihm wurde, ist bei ihm die Schnur geplatzt und er hat alles hingeschmissen und ging. Da war Yvi natürlich etwas erschrocken, vor allem als die Kollegen meinten, dass er auch nicht wirklich etwas gelernt hatte und es wahrscheinlich die richtige Entscheidung war zu gehen. Daraufhin fragte Yvi nach ihrem Eindruck und war erfreut und beruhigt, dass sie mit ihrem Arbeiten sehr zufrieden sind.

Die ersten freien Tage von Yvi verbrachten wir damit Darwin zu genießen und zu erkunden. Wir machten einen ausgiebigen Spaziergang an der Nightcliff Waterfront und beobachteten einen Mitarbeiter der Stadt dabei, wie er Blätter vom Spielplatz pustete und den Sand umgrub. Wahnsinn, was die hier alles als Job anbieten. Den zweiten Tag verbrachten wir an der Waterfront im CBD (Zentrum), ein aufgeschütteter Strand mit Sicherheitsnetzen, damit man ohne Angst vor Quallen baden gehen kann.

Leider hatte sich bei Lars‘ Jobsuche noch nichts weiter ergeben. Yvi hatte in einem Gespräch zwischen Kollegen mitbekommen, dass ständig Fahrer für sog. Relocations (also das Holen und Bringen von Fahrzeugen zwischen verschiedenen Standorten) gesucht werden. Sie erzählte Lars von dem Job und er meinte daraufhin, sie solle einfach mal ihren Chef danach fragen. Bryan, Yvi’s Chef, meinte, dass Fahrerjobs nicht regelmäßig sind und dazu noch schlecht bezahlt werden. Stattdessen schlug er vor, dass Lars in der Abteilung für “Maintenance” (Instandhaltung der Autos und des Equipments) arbeiten könnte. Er sollte seinen Lebenslauf abgeben und dann würde Bryan sich melden.
Kurz darauf, am gleichen Tag fragte Bryan Yvi, wie ihr Freund heiße. Sie sagte ihm „Lars“ und er meinte „Der Name gefällt mir. Das reicht erstmal.“ und fing an zu lachen. Daraufhin fragte er, ob Lars morgen anfangen könnte. Yvi sagte natürlich zu. Somit hat Lars nun auch einen Job in der Tasche, zwar ist dieser nicht unbedingt das, was er machen wollte, aber es gibt gutes Geld und wir können zusammen Einiges sparen und gut leben.

Da der Weg von der Coconut Grove zu unserer Arbeit nicht wirklich gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, entschied sich Lars‘ auch, ein Fahrrad zu kaufen. Den ersten Tag strampelte er noch mit Yvi’s Fahrrad zur Arbeit. Da wir jedoch oft zusammen arbeiten werden, benötigen wir beide eins.

Mein erstes eigenes Fahrrad nach ca. 11 Jahren! Es fährt sich erstaunlich gut, dafür das es nur ein Ein-Gang-Rad (hier auch gerne „fixie“ oder „singlespeed“ genannt) ist. Und es sieht noch schick aus, weil es schlicht und ohne viel Schnörkel ist.

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Momentan genießen wir es wieder richtig, fast eine eigene Wohnung mit FESTEN Wänden, eine vollausgestattete Küche und ein richtiges Bett zu haben. :) Wir fühlen uns hier schon richtig heimisch, obwohl wir erst seit zwei Wochen in der Wohnung leben.
Für Lars ist es natürlich das Beste, wieder einen Ofen zur Verfügung zu haben und dieser wurde auch gleich in der ersten Woche genutzt um eine selbst gemachte Pizza zu zaubern.

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Kommentare

6 Antworten auf „Leben in Darwin“

  1. Wow, die Pizza sieht ja wirklich genial aus!
    Wie, und es gibt einen Ort, der Darwin heisst? Wenn das die kreationisten erfahren, schicken die da gleich mal aus Texas eine Atombombe rüber :D

  2. Sobald wir wieder Zuhause sind, gibts Pizza für alle;) schön, dass du uns fleißig folgst. werde gleich mal Lars darauf ansetzen den Link zu fixen, damit du auch mitradeln kannst;)

  3. Das Schicksal meint es wieder gut mit Euch!!! Schöne Wohnung und leckere Pizza…da bekommt man Hunger!
    Leider funktioniert der Link nicht: "Coconut Grove zu unserer Arbeit". Wäre Euch gerne "hinterhergeradelt"…auf Google Earth.

  4. Schicke Wohnung mit tollem Ausblick, 2 Jobs und 2 Fahrräder, ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg und einen guten Appetit für selbst gemachte Pizza.

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