Der Alltag hat uns leider wieder …

…aber gewiss nur für eine kurze Zeit. Entschuldigt bitte, dass wir so lange nichts haben von uns lesen lassen. Die Tage verfliegen hier nur so und schon sind wieder zwei Wochen um. Das müsstet ihr ja kennen, ihr, die im Alltag geblieben seid.

Kurz nachdem Lars auch bei Britz angefangen hatte zu arbeiten, flogen ihm die Angebote für Webdevelopement Jobs nur so ins Haus und bald darauf fiel die Entscheidung doch lieber wieder im eigenen Bereich zu arbeiten. Die Kündigung fiel jedoch etwas schwer, da Brian, unser Chef, ihn ja mehr oder weniger als Gefallen für Yvi eingestellt hatte. Jedoch konnte er die Situation gut verstehen und es lief alles gut über die Bühne. Direkt danach fing Lars an bei UCROO zu arbeiten, einem jungen Startup Unternehmen aus Melbourne. Das Ziel von UCROO ist es, ein soziales Netzwerk (also ein weiteres Facebook) für Studenten in Australien zu schaffen. Er arbeitet jetzt von Zuhause und hat sogar einen neuen Bildschirm gesponsert bekommen. So trieften die Tage vor sich hin, Yvi immer noch mit Fahrrad jeden morgen zu Arbeit und Lars nur vom Bett an den Schreibtisch.

Alltag in Darwin Alltag in Darwin

Nach kurzer Zeit bekam Yvi in ihrem Job schon recht viel Verantwortung übertragen. Sie bekam Schlüssel und PIN-Code für die Alarmanlage, machte das Abschlussbanking am Tag und bereitet alles vor und nach, was während des Tages anfällt. Der Grund dafür ist, dass eine Festangestellte kurzfristig in den „Familien-Notfall-Urlaub“ musste und sie Yvi viel zutrauen, weil sie sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit sind.
Dies hatte natürlich gute Seiten, man freut sich, wenn man gelobt wird und viel Vertrauen geschenkt bekommt. Der Chef fragte Yvi sogar, ob sie wirklich im August wieder gehen will. Andererseits wurde es dadurch natürlich auch stressiger. Yvi muss oft schon eine halbe Stunde früher auf Arbeit sein, um aufzuschließen und den Tag vorzubereiten, bleibt meistens fast eine Stunde länger und muss während des Tages Aufgaben verteilen und neue Backpacker schulen. Leider ist der Verdienst dadurch nicht gestiegen und Überstunden bekommt man leider auch nicht zurück. Aus diesem Grund kommt Yvi auch oft recht müde nach Hause.

Anfang Juni bekamen wir die freudige Nachricht, dass Kenny und Louise, unsere Couchsurfer aus Brisbane, nach Darwin kommen. Kurz nachdem wir bei ihnen übernachtet haben, haben sich die beiden zusammen mit Kennys Bruder Greg (der damals unser Auto repariert hatte) entschieden einen ähnlichen Trip wie wir zu unternehmen. Im März sind sie aufgebrochen und nun schon in Darwin gelandet. Wir verabredeten uns für einen gemütliches Abendessen und wir wurden begrüßt mit “Ihr seid daran Schuld, dass wir hier sind! ;)”. Es war interessant ihre Geschichten über Arbeit, Reisen und Geländewagen zu hören.

Alltag in Darwin Alltag in Darwin

In der Wohnung von Sally, wo wir seit Ende April gewohnt haben, konnten wir leider nicht länger bleiben, da sie ihr Zimmer regelmäßig über die Plattform airbnb.com zur Miete anbietet und schon vor unserem Einzug Buchungen für Anfang Juni anstanden. Das gefiel uns nicht wirklich, da wir uns sehr wohl in Sally’s Apartment gefühlt haben. Wir konnten daran jedoch nichts ändern und begaben uns auf die Suche nach etwas Neuem. Sally’s Freund Dan, der mehr oder weniger um die Ecke wohnt, hatte zufällig ein Zimmer frei, bot uns an für den gleichen Preis wie bei Sally einziehen zu können. Natürlich nahmen wir das Angebot schnell an, da wir keine Lust hatten noch weiter nach einem Zimmer in Darwin zu suchen. Denn die Wohnungs/Zimmersuche in Darwin gestaltet sich extrem schwierig. Die Mietpreise sind unglaublich hoch und das Angebot ist rar. Diese beiden Komponenten bedingen sich wohl gegenseitig.

Alltag in Darwin Alltag in Darwin

Alltag in Darwin

Letzten Mittwoch war es dann schon soweit, dass wir aus unserem gemütlichen Nest wieder ausziehen mussten. Zu Anfang waren wir doch recht traurig darüber. Aber unser neuer „Vermieter/Mitbewohner“ Dan ist ein super netter Typ, hat ein tolles Haus mit Pool und wir fühlen uns nach der kurzen Zeit hier auch schon pudelwohl. Hier ist zwar ein wenig mehr los, da mehrere Leute hier wohnen und immer mal jemand anderes hineinschneit, dennoch hat man seine Ruhe, denn man findet immer ein ruhiges Eckchen im Haus, wo man sich zurück ziehen kann.

Alltag in Darwin

Für das letzte Wochenende hatten wir uns für einen zweiten Ausflug zum Litchfield National Park entschieden, da wir nach langer Zeit mal wieder ein Wochenende zusammen frei hatten. Yvi fragte ihren Chef eigentlich, ob es auch möglich ist, den billigsten Camper (Backpacker Breezer) auch für zwei Tage zu mieten, da die Mindest-Mietzeit eigentlich drei Tage beträgt. Seine Antwort war jedoch, dass Yvi nun einen kostenlosen „Bildungsurlaub machen muss“ und somit das Auto gratis bekommt und auch keinen Breezer sondern einen High-Top nehmen kann. Sehr nette Geste vom Chef! Wir holten das Auto dann Samstag in aller Frühe bei Britz ab und starteten unser „Bush-Weekend“ am Vormittag. Der Litchfield NP ist nicht der größte und nur zirka 120km von Darwin entfernt, was uns jedoch nicht stört sondern eher freut, weil man nicht so lange Strecken fahren muss, um etwas Neues oder besser „Altes“ zu entdecken. Wir kamen also gegen späten Vormittag im National Park an und fuhren alle Sehenswürdigkeiten, die wir schon letzten August (auch hier noch einmal im Beitrag vom 1.9.2011 zu lesen) gesehen haben an und freuten uns noch einmal im Park zu sein. Wir genossen die vielen Wasserfälle und Bademöglichkeiten und genossen den herrlichen sonnigen Tag in der Natur. Gegen späten Nachmittag machten wir uns zu den berühmten Wangi Falls auf, um uns einen netten Platz auf dem angeschlossenen Campingplatz zu ergattern.

Alltag in Darwin Alltag in Darwin

Wir wussten, dass es ein langes Wochenende (Montag = Feiertag) ist und ahnten, dass wahrscheinlich auch eine Menge los sein würde. Als wir jedoch gegen 16 Uhr auf dem Campingplatz ankamen, waren wir doch sehr überrascht, da kein einziger Stellplatz (von 50 oder mehr) mehr frei war. Nach drei Runden auf dem Platz, fragten wir zwei Jungs, die übrigens den gleichen Britz-Camper hatten wie wir, ob wir uns nicht auf ihren Platz mit stellen können. Sie verneinten natürlich nicht, und so hatten wir doch noch Glück und konnten auf dem Campingplatz bleiben. Wir bauten unsere Stühle und den Tisch auf und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages gemütlich mit einem deutschen Bierchen. Wir gönnten uns mal wieder richtig was, wie man auf dem Bild sehen kann!

Alltag in Darwin

Nach einer erstaunlich gemütlichen Nacht in unserem Camper, standen wir schon gegen 7 Uhr morgens auf. Wir frühstückten in aller Ruhe und begaben uns dann zu den Wangi Falls, für eine morgendliche Schwimmrunde im 20° Grad kalten Wasser (Man war das frisch!). Man merkte, dass es Sonntag war, denn gegen 11 Uhr füllte sich die Wiese vor dem Wasserfall und eine Busladung mit Menschenmassen nach der anderen kam an und die schöne Ruhe war schnell vorbei. Wir entschlossen uns dem Trubel langsam zu entziehen und verabschiedeten uns zum zweiten Mal von dem Park und machten uns auf den Weg Richtung Zuhause.

Alltag in Darwin

Nach einer halben Stunde Fahrt hielten wir noch an dem Manton Dam an, wo es wesentlich ruhiger als im Litchfield zuging. Hier genossen wir die Ruhe, lasen noch ein paar Seiten in unseren Büchern, machten ein nettes Mittag, bevor es gegen 16 Uhr wieder zurück nach Darwin ging. Auf dem Weg aus dem Park zurück zum Highway konnten wir noch ein riesiges Buschfeuer miterleben. Als wir etwa zwei Stunden früher über den selben Weg ankamen, sah noch nichts nach einem Feuer aus. Auf dem Weg rauswärts stand jedoch die komplette Wiese/Wald links und rechts der Straße in Flammen. Ein tolles Naturschauspiel.

Alltag in Darwin Alltag in Darwin

Montag geht für uns auch wieder der Alltag los, da wir beide arbeiten müssen. Also bitte verzeiht uns, dass wir solange nichts von uns lesen lassen haben. Aber wir versprechen, dass der nächste Beitrag nicht solange auf sich warten lässt. Wenn ihr ein paar Fragen zu Darwin, Australien oder sonstigen Sachen oder dem Leben in Australien habt, schreibt uns einfach einen Kommentar und wir werden dieses Thema im nächsten Beitrag aufgreifen!

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Kommentare

5 Antworten auf „Der Alltag hat uns leider wieder …“

  1. Tja, ernüchternd, aber wenn man alles richtig gemacht hat, hat man in seinem Herzen ein Stück weite Welt, von der man im Alltag zehren kann.

  2. Hey Silvie!! Schön von dir zu lesen. Wir freuen uns riesig über deine fleißige Beteiligung. Ich weiß nicht, ob unser neuer Vermieter malt, aber ich werde ihn bei Gelegenheit mal fragen. Er hat viele Mitbringsel von seinen eigenen Reisen aus Asien. daher auch die exotischen Möbel und Bilder.

    Camper kann man auch als Einwegmieten bekommen. Ist dann etwas teurer, da man eine Einweggebühr bezahlen muss, aber es ist auf jeden Fall möglich. Filialen von Britz gibt es in Darwin, Broome, Perth, Adelaide, Melbourne, Sydney, Brisbane und Cairns. Ich denke bei anderen Unternehmen ist es ähnlich,da dies die großen Städte sind. Wenn man eine Reise für ca. 2 Monate macht, ist es sicher die beste Möglichkeit einen Camper zu mieten statt zu kaufen.

    Es freut mich, dass du unsere Begeisterung so teilst und sogar selbst überlegst herzufliegen. Australien ist ein sehr sicheres Land und es sollte keine Probleme geben, wenn man alleine reist. Viele Backpacker reisen auch alleine. Außerdem lernt man auf Reisen so schnell weitere Leute kennen, mit denen man sich auch zusammentun kann, wenn man denn möchte.

    Wenn wir wieder im kalten Deutschland angekommen sind, können wir uns geren mal zusammensetzen und wir erzählen dir alles mal von Angesicht zu Angesicht und können dir eventuell ein paar Ideen für Routen geben, wenn du möchtest. Und natürlich freue ich mich auch Xsie wieder zu sehen:) Knuddel sie mal von mir! Es freut mich, dass es ihr wieder gut geht.

  3. Endlich wieder Neuigkeiten. Hatte schon Entzugserscheinungen!
    Malt Euer neuer Gastgeber selber? Auf den Fotos waren schöne Bilder (und auch Möbel) zu sehen.
    Kann man eigentlich so einen Camper auch auf Teilrouten mieten (nur mal ein Bsp.: Darwin anmieten, Sidney abgeben)?
    Langsam plane ich meine Zeit nach Xsie…aber noch geht es ihr relativ gut!!! Da werde ich Australien auf Euren Spuren bereisen – allerdings aus Zeitgründen nur in Etappen von max. 2 Monaten. Ist es sicher alleine zu reisen?
    Nun arbeitet schön und freut Euch über den schönen Pool…da habt Ihr aber wieder ein "Schwein" gehabt! ;-))
    Wuff-Wuff von Xsie!

  4. Hallo !
    Es hat doch geholfen,dass ich oft in Gedanken mit Euch gesprochen und einen neuen Bericht angemahnt habe.
    Tschüss

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