Should we stay or should we go….?

Vor ein paar Wochen kam Yvi von Arbeit nach Hause und ein großes Geschenk lag auf dem Tisch. Lars eröffnete, dass dies ein Geschenk für den letzten Geburtstag, das letzte Weihnachten, Ostern und die nächsten zwei der jeweiligen Ereignisse zusammen sei. Yvi öffnete das Paket mit großer Verwunderung und fand ein Kindl in dem Paket.
Lars sagte nur, dass er verhindern wollte, dass wir wieder Yvis ganze Bibliothek mitschleppen, wenn wir in Asien sind. Yvi freute sich riesig über das elektronische-3000-Bücher-in-einem-Buch und bestellte gleich einen Südostasienreiseführer.
Natürlich lebten wir uns auch immer besser bei Dan ein und genossen die Gesellschaft. Schon bald zog Kate, eine Jurastudentin aus Adelaide, die für 6 Wochen ein Praktikum bei der Regierung absolvierte, ein. Yvonne genoss Lulus Gesellschaft besonders, die des kleinen Pudelmischlings, der sich auch schnell an unsere Anwesenheit gewöhnte und viel zu viel verwöhnt wird.

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Der Alltag lief so vor sich hin, man fühlte sich immer heimischer und das Wetter war auch nicht zu verachten mit täglichen 30°. Wenn es dann doch mal zu heiß wurde, ging es eben in den Pool. Sogar Lulu traute sich nach einem langen Spaziergang in das kühle Nass und erfrischte zumindest ihre kleinen Beinchen.

Ganz besonders genoss Lars das Kochen in der eigenen Küche. Da er sich täglich den Arbeitsweg sparen konnte, verbrachte er die zusätzlich geschaffene Zeit meistens genau dort. Jeden Abend gab es eine andere Leckerei zum „Dinner“, frischen Kuchen und neuerdings sogar echtes deutsches Roggenbrot, was Yvi ganz besonders freute. Nicht mehr dieses weiche Toastähnliche, sondern richtig kräftiges Vollkorn-Roggenbrot, einfach lecker. Aber auch Dan sagt immer wieder, dass es das beste Brot im ganzen Northern Territory sei. Er selbst habe schon sehr lange kein so gutes Brot gegessen und langt immer gierig zu, wenn wir zusammen eine „deutsche Brotzeit“ machen.
Seit ein paar Wochen besitzt Dan jetzt sogar eine richtig deutsche Waschmaschine von Bosch. Die Alte hat leider nach 15 Jahren ihren Geist aufgegeben nachdem Gwen (die Frau von Assain, ein neues Pärchen, was letztens neu eingezogen ist bei Dan), gewaschen hat. Zufall oder nicht? Na egal, auf jeden Fall wäscht die „Neue“ wirkliche ganze zwei Stunden, wie wir es auch von zuhause gewohnt sind, benutzt warmes Wasser zum Waschen, was für eine Revolution.

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Also hatten wir ja eigentlich alles, was wir brauchten in Australien, oder?
Genau das gleiche hat sich Yvis Chef wahrscheinlich auch gedacht. Eines Tages, als die versammelte Britz-Mannschaft beim Lunch saß, warf Brian (der Britz-Filialleiter von Darwin) in den Raum, dass man ja auch Arbeitnehmer sponsorn kann und, ob Yvi denn daran interessiert wäre. Mit diesem Tag ging die große Grübelei auf einmal los. Lars and Dan waren hellauf begeistert und Lars fragte gleich seinen Arbeitgeber, ob diese Möglichkeit für ihn auch bestehen würde. Sie nahmen sich mit der Antwort etwas Zeit, da die Firma noch relativ jung ist und sie erst die Finanzierung diskutieren müssten.

In den folgenden Wochen waren wir beide ganz aufgeregt und es gab zu Lars‘ Leidwesen kein anderes Thema mehr. Die Vor- und Nachteile wurden hoch- und runterdiskutiert und auseinandergenommen. In einem weiteren Gespräch mit Brian eröffnete Yvonne Brian ganz ehrlich, dass sie zweifele, da es nicht unbedingt ihr „Traumjob“ ist im Front Office zu stehen und Kunden zu bedienen, da sie ja schließlich studiert habe und es höchstwahrscheinlich in Deutschland bessere Jobaussichten geben würde. Brian konnte diese Bedenken ohne Probleme verstehen und meinte sie solle es vielleicht eher als Stufe in die Firma THL (Tourism Holdings Ltd) und in Australien sehen, anstatt diesen speziellen Job als riesige Chance zu erfassen. Er meinte es gäbe viele Möglichkeiten bei THL aufzusteigen, da dies eine riesige Firma ist. Yvi könnte sich immer auf frei gewordene stellen für Assistenz-Manager oder Branch-Manger einer Filiale in ganz Australien bewerben oder auch für Stellen im Headoffice. Das brachte Yvi dann auch wieder zum Nachdenken. Die Diskussionen gingen von Vorne los. Die größte Frage war nun, ob wir wirklich so lange in Australien bleiben wollten, dass Yvi überhaupt die Chance hätte so weit aufzusteigen. Lars meinte auch, dass es wahrscheinlich eher eine Auslandserfahrung wäre. Andererseits kann man so etwas im Vorhinein auch nicht sagen, wie sich das Leben und die weiteren Wünsche entwickeln.

Nach langen quälenden Nächten des Überlegens gewann nun endlich doch der Gedanke, dass wir unsere geplante Asienreise ungern aufgeben möchten (,weswegen wir eigentlich arbeiten wollten). Außerdem spielte bei Yvi auch das Heimweh ein klein wenig mit in die Entscheidung. Bei einem Alltagsleben merkt man doch deutlicher, was Freunde und Familie im Leben ausmachen.

Jedoch bleibt uns ein kleines Hintertürchen. Brian sagte zu Yvi als sie ihre Entscheidung mitteilte, dass sie sich melden sollte, falls sie sich nach der Asienreise doch entscheidet wiederzukommen. Er würde sie jederzeit wieder ins Boot holen. Das heißt, wenn wir uns entscheiden sollten zum nächsten Hochsaison-Start (April 2013) wiederzukommen, hätten wir auf jeden Falle eine Anlaufstelle. Lars‘ Firma hat auch deutliches Interesse geäußert Lars weiterhin zu beschäftigen. Zwar gab es noch keine eindeutige Zusage bezüglich des Sponsorships, aber es wurde schon über „nach und in Asien“ diskutiert.

Dazu können wir nur sagen: Mal sehen, was das Leben so bringt.

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