Bali – eine ganz andere Welt

Auf einmal sollte es los gehen. Nach einem Jahr Australien sollten wir nun auf einmal das Land verlassen und das vielleicht für immer. Diese Gedanken kamen erst kurz vor der Abreise. Davor verging die Zeit einfach so und es war nicht real, dass wir doch bald im Flugzeug ohne Rückflug stecken.
Kleine Abschiedsparties wurden gefeiert, sowohl Zuhause als auch auf Arbeit und es wurde eine letzte Zigarette bei Britz geraucht und ein letztes Problem bei UCROO gefixt.

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Selbst am Flughafen blieb uns nicht viel Zeit zum Nachdenken. Nach einem kurzen aber doch sehr traurigen Abschied von Dan, begaben wir uns auf den Weg unser Gepäck einzuchecken. Leider ist das in Australien wohl nicht so einfach. Man wollte uns nicht durchlassen ohne ein gültiges Rückflug- oder Weiterflugticket. Leider hatten wir nur einen Hinflug nach Bali gebucht. Die netten Australier verwiesen darauf, dass die Indonesier das Ticket kontrollieren würden. Also klickten wir uns hektisch durch unser Handy, um spontan einen Flug zu buchen. Zwei Minuten vor Check-In Schluss hatten wir nun endlich die Bestätigung für einen Flug von Palembang (auf Sumatra) nach Kuala Lumpur (Malaysia) für $70 für uns beide zusammen. Welch ein Stress. Wir wissen noch nicht einmal, ob wir in der Lage sein werden diesen Flug wahrzunehmen. Das Beste an der ganzen Situation war noch, dass sich in Indonesien kein Mensch darum gekümmert hat, ob wir ein Ticket haben oder nicht. (Typisch Australien! Dafür werden wir dich nicht vermissen!)

Der Flug war ebenfalls nicht wirklich zufriedenstellend. Nicht nur, dass das Flugpersonal sehr unfreundlich war, wir mussten von unseren extra reservierten und bezahlten Plätzen am Fenster aus „Sicherheitsgründen“ weichen (auf dem Fensterplatz saß danach ein asiatisch ausehender Kerl, der kein Wort Englisch sprach, weswegen wir vermuteten, dass er wohl illegal im Land war und ausgeflogen werden musste). Nach diesem ganzen Spekatkel merkten wir dann doch endlich, dass wir uns auf dem Weg in eine ganz andere Welt befinden. Wir wussten nur nicht, wie die aussehen sollte.

Im Flughafen von Bali angekommen, kämpften wir uns durch die Hallen und durch alle balinesischen Taxifahrer, da wir uns an den Lonely Planet halten wollten. Dieser besagte, man solle sich ein wenig vom Flughafen entfernen und erst dann ein Taxi nehmen, da dies günstiger wäre. Nach langem Suchen wie man denn aus dem Chaos des Flughafens entkommen könnte (ohne Erfolg), entschlossen wir uns doch einfach für ein dort vorhandenes Taxi und verhandelten 45000 IDR (ca.$4,5). Im Internet hatten wir gelesen, dass dieser Preis normal sei. Nach ca. 5km erreichten wir auch schon das Örtchen Kuta und wurden erschlagen von Leuchtreklame und tausend balinesischen Händlern, die dir alle das gleiche verkaufen wollen. Wir kämpften uns mit unseren großen Rucksäcken in der Strasse Poppies 1 voran bis wir zu unserem Hotel „LA Inn“ kamen. Leider gab es beim Anblick dieses Hotels eher Trauer- als Freudentränen. Auf ein kleines Zimmer mit mäßigen Geruch und einfacher und alter Möbilierung waren wir ja vorbereitet, aber auf ein vollkommen verschimmeltes Bad und einen Ventilator, der riesige Staubflusen verteilt, wenn man ihn anschaltet eher nicht. Allerdings fanden wir uns schnell damit ab und akzeptierten den Standard, da wir uns ja nun auch das günstige Hotel ausgesucht haben für $17 pro Nacht. Leider erhellte sich unsere Stimmung zur späteren Stunde nicht wirklich. Die ganze Nacht schien Licht aus den Gängen in unser Zimmer mangels Vorhängen und die Mitarbeiter des Hotels schienen die ganze Nacht Lachanfälle zu bekommen, die das ganze Hotel mitbekam. Ein doch nicht zu empfehlendes Erlebnis.

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Den ersten Tag in Bali verbrachten wir ganz gemütlich. Wir erkundeten die Innenstadt, die hauptsächlich aus Millionen von Geschäften, Restaurants und kleinen Buden bestand. An allen Ständen und Geschäften wurde gefühlt das Gleiche verkauft und jeder versprach uns natürlich den besten Preis. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Mittagsschlaf am Strand und einer balinesischen Köstlichkeit aus einer kleinen Strandbude. Für 45000 IDR (ca.$4,50) genossen wir Mie Goreng (Nudeln mit Hähnchen) und Nasi Campur (Reis mit Hähnchenkeule und Gemüse) und zwei Getränken. Gesättigt und guter Laune schlenderten wir zurück zum Hotel und relaxten ein wenig am Pool. Abends buchten wir gleich einen Scooter für den nächsten Tag, um den Süden Bali’s zu erkunden.

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Da wir den Motorroller gleich durch unser Hotel organisiert haben lassen, mussten wir am nächsten Morgen nur fünf Meter aus dem Hotel spazieren und der Roller stand schon da. Eine Unterschrift und 50000 IDR (ca. $5) ärmer, begannen wir unsere abenteuerliche Tour. Leider ist die Beschilderung in Bali nicht mit Deutschland oder Australien zu vergleichen und Lars musste sich erst in die Verkehrsregeln einfinden. Auch das Finden der gewünschten Plätze war nicht immer einfach und wir zweifelten oft, ob wir auf dem richtigen Weg seien. Jedoch arrangierte sich Lars schnell mit dem Scooterfahren und eignete sich schnell den lokalen Fahrstil an. Mit der Orientierung klappte es auch nach einer Weile. Zwar fanden wir nie den erwünschten Strand, aber am Tempel Uluwatu kamen wir ohne große Schwierigkeiten an. Der große Tempelkomplex ist direkt an einer Klippe im Süden Bali’s gebaut und bietet spektakuläre Aussichten. Besonders faszinierten uns aber auch die kleinen Affen, die überall herumturnten. Schon am Eingang belehrte man uns, dass wir doch vorsichtig mit unseren Sonnenbrillen sein sollen. Und tatsächlich wurden wir Zeuge wie ein kleines aufmüpfiges Äffchen einen FlipFlop einer Touristen ergatterte. Sehr nettes Schauspiel.

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Nach einem kurzem Abstecher zum Ferienörtchen Sanur, wo hauptsächlich Pauschaltourismus zu sein schien, kehrten wir zurück in das chaotische Kuta. Bis jetzt war das Mopedfahren gut gegangen, aber jetzt fing der Stress dafür so richtig an. Tausende Einbahnstrassen und keine genauen Beschilderungen führten dazu, dass wir ewig lange rumirrten bis wir schließlich nach 2 Stunden Fahrt (für ca 30km) am gewünschten Tempel Petiteneget ankamen. Wir erholten uns erst ein wenig am schönen Strand und genossen die Sicht auf wunderschöne Drachen, die durch die Luft flogen. Ganz besonders faszinierend war ein fliegendes Segelschiff, was Yvi am liebsten sofort mitgenommen hätte. Daraufhin gingen wir strikt auf den Tempel zu, um ihn zu besichtigen. Wir wurden von einem Balinesen zurückgerufen, dass wir doch eine Sarong bräuchten, um den Tempel zu betreten. Im letzten Tempel wurde uns einer ausgehändigt, aber diesmal wollte der lächelnde Kerl 10000 IDR (ca. $1) dafür haben. Yvi band sich ihr Strandtuch um, was genügte, aber für Lars leihten wir einen aus. Ab diesem Moment war uns klar: Wir brauchen einen Sarong! Der Tempel war nicht sonderlich groß, aber doch recht nett anzuschauen. Sehr interessant sind immer die kleinen Opfergaben, die überall verstreut liegen.

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Am nächsten Tag ging es schon gleich auf in die nächste Stadt. Nach den anstregenden Tagen in Kuta wollten wir etwas mehr Ruhe und das Hotel würde uns auch nicht fehlen. Also buchten wir einen Shuttle Service von Kuta nach Ubud. Es ist eine Fahrt von ca. 40km und wir bezahlten 45000 IDR (ca. $4,50) pro Person. Eigentlich wollten wir öffentliche Verkehrsmittel benutzen, allerdings stellte es sich heraus, dass es deutlich schwerer ist als gedacht den richtigen Anlaufpunkt dafür zu finden. Also saßen wir mit zwei anderen Pärchen in einem Minibus und wurden nach Ubud, ins Herz Bali’s gefahren. Schon auf dem Weg relaxten wir deutlich und erkannten, dass Bali noch deutlich mehr zu bieten hat als das chaotische Kuta. Zwar hörte die Masse an Geschäften nicht auf, aber man konnte wirkliche Kunst erkennen, die verkauft wurde und ein Blick in das Leben ganz normaler Balinesen werfen.
In Ubud angekommen, wurden wir gleich von einem Typen erwartet, der uns doch gerne sein Zimmer zeigen möchte, dass er vermietet. Total überrumpelt folgten wir ihm und er zeigte uns zwei verschiedene Räume. Wir entschieden uns für den zweiten Raum, der tausend Mal besser aussah als der, den wir in Kuta hatten. Wir folgten ihn durch eine Art private Tempelanlage mit kleinen Teichen, vielen Pflanzen und eignem Papagei. Das Zimmer war blitzblank, hatte sogar eine warme Dusche, auf dem ganzen Bett waren Blumen verteilt und das Handtuch zu einem Schwan gefaltet. Er bot uns das Zimmer für 150000 IDR (ca. $15) pro Nacht inklusive Frühstück an. Wir versuchten mit ihm zu handeln. Allerdings bekamen wir schnell mit, dass man wohl um Raumpreise nicht handelt. Er wirkte etwas pikiert. Also nahmen wir den Raum letztendlich für den angebotenen Preis. Den Nachmittag verbrachten wir mit dem Erkunden der kleinen und niedlichen Stadt Ubud. Auch unseren Vorsatz einen Sarong zu kaufen machten wir wahr, nur leider wie sich herausstellte viel zu teuer. Wir bezahlten für zwei Sarongs und zwei Gürtel $23. In dem chaotischen Markt nebenan hätten wir dies sicherlich zum halben Preis bekommen. Trotzdem waren wir glücklich mit unserem Fang und konnten es gleich am nächsten Tag ausprobieren.

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Da uns die Mopedfahrt so gut gefallen hat, beschlossen wir gleich am nächsten Tag wieder Eins zu mieten. Unser Vermieter war zwar etwas geknickt, dass wir seine teure Tour mit dem Auto nicht machen wollten, organisierte uns aber trotzdem ein Moped für 50000 IDR für den folgenden Tag. Wir fuhren morgens nach einem leckeren Frühstück um 9 Uhr los. Nach ein wenig Schwierigkeiten den Weg zu finden, erreichten wir den Tempel Gunung Kawi in Tampaksiring. Bevor es losgehen konnte wurden wir von allen Seiten angequatscht, dass wir einen Sarong bräuchten für den Tempelbesuch. Vorbereitet wie wir waren und etwas stolz, dass wir nicht auf alle die Sarongverkäufer angewiesen waren, packten wir unsere eigenen Sarongs aus und banden ihn uns so um, wie wir es von unserer Verkäuferin gelernt hatten. Nach dem Bezahlen des Eintritts von 15000 IDR (ca. $1,5) pro Person und etlichen Treppen kamen wir am wunderschönen Fels- und Wassertempel an. Zuerst erblickten wir Reisterassen, die um den Tempel herum angelegt waren. Daraufhin schritten wir durch ein großes Tor und erblickten hinter riesigen Urwaldpalmen eingemeißelte Figuren in riesigen Felswänden. Zwischen den Partien des Tempels floss ein mittelgroßer Bach und überall an den Tempelwänden floss Wasser herunter. Dieses Wasser durften wir nicht berühren, da es heilig ist. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die riesige Tempelanlage ging es für uns weiter auf unserem Moped. Lars lies seinen Sarong an und sah fast einheimisch aus.

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Nach einer weiteren langen Fahrt mit schmerzenden Hintern bei Yvi erreichten wir Mount und Lake Batur, ein Vulkan mit angegliedertem See. Bevor wir die Region betreten durften, mussten wir allerdings 25000IDR (ca.$2,50) Strassenmaut bezahlen. Das ist anscheinend eine Gebühr, die nur Touristen bezahlen müssen. Außerdem stand auf dem Zettel nur etwas von 1000 IDR, wir wurden anscheinend über den Tisch gezogen. Allerdings war der Ausblick auf den wahrscheinlich immer noch aktiven Vulkan eine Aussicht wert und sehr schön anzusehen.

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Kurz darauf verließen wir die doch wieder sehr touristische Gegend nur um ein paar Kilometer und kehrten in einer kleinen Strassenküche zum Mittagessen ein. Es gab nur ein Gericht „Nasi Ikan Mujair“ und die nette Balinesin konnte nur ein kleines bisschen Englisch. Jedoch konnten wir uns mit Händen und Füßen verständigen und bekamen bald darauf eine große Portion Reis mit einem leckeren Fisch in Chilisauce, geröstenen Erdnüssen, grünen Bohnen und weiterem Gemüse. Die Fischsuppe, die dazu gereicht wurde, war leider so scharf, dass sogar Lars sie nicht essen konnte. Aber alles in allem ein sehr leckeres Essen mit Getränk und wir bezahlten nur 45000 IDR (ca. $4,5) für uns beide zusammen.

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Der Nachhauseweg führte uns über kleine indonesische Kunstdörfchen und einen riesigen Stau an berühmtem Reisterassen. Zuhause angekommen fiel Yvi erstmal in einen längerem Mittagsschlaf, um alles sacken zu lassen. Auch der nächste Tag ging sehr relaxed zu und Yvi gönnte sich endlich die schon langersehnte traditionelle balinesische Massage für 60000 IDR (ca.$6). Eine Stunde wurde sie von oben bis unten durchgeknetet und kam wie neugeboren zum Hotel zurück.

Morgen geht es für uns schon weiter in die Hauptstadt nach Denpasar. Das erste Mal wollen wir ein Bemo ausprobieren, dass eine Art Minibus ist und als öffentliches Verkehrsmittel in Bali genutzt wird. Wir sind sehr gespannt, ob wir jemals in Denpasar ankommen werden. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

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Kommentare

3 Antworten auf „Bali – eine ganz andere Welt“

  1. Ich bin mir sicher, das Ihr zwei Weltenbummler das schon schafft, nach Denpasar zu kommen ;-), passt schön auf Euch auf und lasst Euch nicht zuviel übers Ohr hauen

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