Ein kleiner Traum wird wahr: Bali die zweite

Wir waren so aufgeregt vor unser ersten Bemo-Fahrt, dass es uns wohl auf den Magen geschlagen ist. So oder es lag einfach an dem chinesischen Imbiss, den wir den Tag zuvor zu uns genommen hatten. Jedenfalls lagen wir am nächsten Tag mit hohem Fieber und einer deftigen Magen-/Darmverstimmung flach im Bett. Drei Tage länger als geplant blieben wir in Ubud, um uns zu erholen.

Am dritten Tag trauten wir uns weiterzureisen, auch wenn unsere Mägen noch nicht ganz erholt waren. Leichter als wir dachten, reisten wir via Bemo (kleiner brauner Minibus, der als öffentliches Verkehrsmittel auf Bali eingesetzt wird) über Batubulan nach Ubung (Stadtteil von Denpasar, der Hauptstadt Balis). Wir bezahlten 70.000 IDR (ca.$7) für uns beide zusammen für die ganze Strecke, was sicherlich mehr als das Doppelte ist, was die Einheimischen bezahlen.
Eigentlich hatten wir keine großen Ambitionen in Denpasar zu bleiben, jedoch wollten wir noch Ausschau nach einer kleinen Digitalkamera halten und da blieb uns nichts anderes übrig als uns ein Hotel zu nehmen. Das Eine, das in der Nähe des Busterminals zu finden war, war zwar sehr schäbig, aber wir dachten, dass es für eine Nacht schon gehen wird. Da wussten wir allerdings noch nicht, dass das Hotel zeitweise das Wasser abstellt, um Geld zu sparen, der Wasserhahn permanent läuft und es noch nicht einmal Bettdecken gibt.

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Wir machten uns auf ins Gewimmel von Denpasar. Keine wirklich schöne Stadt, alles voller Autos, Mopeds und kleiner schäbiger Geschäfte. Das einzig Entspannende war, dass wir nicht von allen Seiten angequatscht wurden, um etwas zu kaufen, da sich hier wohl so gut wie kein Tourist hinverirrt. Nach einer etwas längeren Suche und Wanderung, fanden wir endlich den Elektronikshop (RIMO Centre) und kauften uns die wasserdichte Digitalkamera Nikon AW100. Eigentlich wollten wir die schlichte schwarze Variante, jedoch gab es leider nur die Version mit Militär-Farben. Auch gut.

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Leider war das darauf folgende Essen von McDonalds doch nicht so verträglich wie erhofft und Yvi besuchte die schäbige Hoteltoilette mindestens 20 Mal in der darauf folgenden Nacht. Allerdings war es für uns keine Option länger in dieser lauten und hässlichen Stadt und in diesem versifften Hotel zu bleiben. Außerdem hatten wir schon Bustickets nach Gilimanuk gekauft. Aus diesem Grund ging es mit Hilfe von genug Tabletten auf die geplante vierstündige Busfahrt nach Gilimanuk für 55.000 IDR (ca. $5,50) pro Person. Im Gegensatz zum Bemo scheint der Preis hier einigermaßen “festgelegt” zu sein, wobei man aber doppelt bezahlt, wenn man viel Gepäck bei sich hat. Der Bus hatte dem Anblick nach zu urteilen schon einige Jahrzehnte oder vielleicht sogar einen Brand hinter sich. Der ganze Bau war vollkommen durchgerostet und bei jedem Schlagloch hatte man das Gefühl, dass alle Fenster gleichzeitig herausfallen würden. Gott sei Dank ist nichts passiert und wir kamen nach zirka fünf Stunden wohlbehalten in Gilimanuk an. Leider gefiel uns das Dorf nicht wirklich gut und die Übernachtungsmöglichkeiten ließen auch zu wünschen übrig. Direkt nach Java wollten wir aber auch nicht, da wir noch einen Schnorchel-Trip zur Pulau (Insel) Menjangan geplant hatten.

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Also stiegen wir nach zweistündiger Wartezeit wieder in ein Bemo und ließen uns in die Ortschaft Pemuteran fahren. Unsere Rucksäcke wurden zusammen mit ca. 10 kg Bananen auf das Dach geschnallt und dann ging die Fahrt los. Nach ca. einer halben Stunde erreichten wir schon Pemuteran und wurden natürlich gleich vor dem teuersten Hotel herausgelassen. 440.000 IDR (ca. $44) sollte das Luxuszimmer inklusive Frühstück und Abendessen kosten. Wir lehnten dankend ab und liefen weiter die Straße herunter. Gott sei Dank trafen wir bald darauf auf eine nette Frau mit Sohn, die uns nach mehreren Telefonaten ein Zimmer für 200.000 IDR (ca. $20) organisieren konnte. Nach kurzem Trip auf dem Motorroller kamen wir an einer kleinen Anlage an, die ebenfalls ein wenig nach Luxus aussah und wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass das riesige Zimmer mit Außendusche nur $20 pro Nacht kosten sollte. Dem war aber so und wir waren froh.

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Am nächsten Tag gönnten wir uns eine kleine Auszeit und inspizierten den kleinen Ort nach Angeboten für den Grund, weswegen wir eigentlich hergekommen waren: Schnorcheln. Wir hatten keine Lust lange zu suchen und entschieden uns für den ersten Anbieter, der einen sehr netten Eindruck machte. Als Lars die Preise bei dem Anbieter studierte, stoß er auch auf die Preise fürs Tauchen und fragte mal nach, ob es ohne Weiteres möglich ist. Der nette “Hermann” (Er nannte sich selbst so!) sagte, dass es kein Problem sei. Nun kam Lars ins Grübeln. Wir mussten eh noch Geld tauschen und sagten Hermann, dass wir später am Tag wieder kämen um die Tour zu bezahlen. Schnorcheln wollten wir auf jeden Fall. Nur Lars wollte noch überlegen, ob er auch tauchen wollte, da es schon länger sein Wunsch war. Als wir ein paar Stunden später wiederkamen um den Trip zu bezahlen, kam auch Yvi ins Grübeln. Sie meinte, dass sie vielleicht etwas verpassen würde, wenn sie nicht auch mit tauchen gehen würde. Und so entschieden wir uns beide letztendlich doch für das TAUCHEN! Also buchten wir für 600.000 IDR (ca. $60) pro Person eine Tauchtrip mit zwei Tauchgängen und Lunch.

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Demzufolge ging es dann am nächsten Tag um 9 Uhr los. Wie viele andere willige Touristen ging es auf ein kleines schon sehr marodes aussehendes Fischerbötchen. Wir fuhren durch relativ hohen Wellengang von einer kleinen Anlegestelle in der Nähe von Pemuteran zur Pulau (Insel) Menjangan im West Bali National Park. Dort angekommen wurde uns sehr genau erklärt, wie wir das Tauchequipment zu benutzen haben und mit welchen Tricks man zum Beispiel die Brille wieder sauber bekommt ohne aufzutauchen.
Dann ging es los ins Wasser. Nach ein paar Übungseinheiten warfen wir dann die letzten Unsicherheiten über Bord und genossen die wunderschönen bunten Korallen und die Vielzahl an kleinen Fischen in bis zu 12 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel. Es war für uns eine einmalige Erfahrung die ganze Zeit so nah an den Korallen und Fischen vorbei schwimmen und trotzdem problemlos atmen zu können. Einen Eindruck wie schön die Unterwasserwelt an der Pulau Menjangan ist, könnt ihr im angefügten Video erhalten. Die erste Probe hat unsere neue Unterwasserkamera somit gut überstanden, sogar in 12 Meter Tiefe, obwohl sie nur für bis zu 10 Meter ausgelegt ist.

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Am Nachmittag nach zwei Tauschgängen und leckerem Mittagessen wurden wir ganz beseelt und müde von unserer neuen Erfahrung zurück zum Festland gebracht. Am Abend spazierten wir noch ein wenig durch den doch sehr kleinen Ort Pemuteran und kehrten in ein kleines sehr nett aussehendes Restaurant im Homestay Taruna ein. Es war zwar ein klein wenig teurer (also vielleicht $1 teurer pro Essen als sonst :) als unser normaler Standard, aber wir wollten uns mal etwas Gutes gönnen. Als uns die Kellnerin dann sogar eine Serviette auf unseren Schoß legte und wir einen Aperitif erhielten, fühlten wir uns doch wie in einem gehobeneren Restaurant. Auch das Essen und der Nachtisch war super lecker. Der schöne Abend war dann die 200.000 IDR (ca. $20) auf alle Fälle wert.

Am nächsten Tag packten wir nun wiedermal unsere ganzen Habseligkeiten zusammen und stellten uns an die Hauptstraße, um ein Bemo heranzuwinken. Das stellte sich als problemlos heraus, obwohl Feiertag war saßen wir innerhalb von 10 Minuten im Bemo. In Gilimanuk angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg Richtung Fähre und überquerten die Meerenge nach Java für 6000 IDR (ca. $0,60) pro Person. Das sollte nun das Ende unseres Aufenthalts auf Bali gewesen sein.

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