Jungle und Paradies auf Sumatra

In Medan, der größten Stadt Sumatras und der drittgrößten Stadt Indonesiens, angekommen, checkten wir erstmal im bekannten Backpacker Hostel “Angels” ein. Das erste Mal buchten wir ein Zimmer mit Klimaanlage (ca. $12), die wir natürlich nicht benutzten. Wir sind anscheinend schon an die Hitze gewöhnt.
Lange hielt es uns nicht in Medan. Gleich am nächsten Tag machten wir uns auf nach Bukit Lawang, ein kleines Dorf am Rande des Gunung Leuser National Parks, der nur aus Dschungel besteht.

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Nach einer dreistündigen Busfahrt kamen wir an unserem Ziel an und wurden freundlich mit “Welcome to the jungle” begrüßt. Ein Dschungel-Guide führte uns direkt zu unserer gewünschten Unterkunft “Batu Mandi”. Wir hatten viele positive Bewertungen über dieses Gästehaus gelesen und diese wurden noch übertroffen. Glücklich endlich angekommen zu sein nach 20min Marsch mit unseren Gepäck, checkten wir sofort in das großzügige gemütliche Zimmer ein (ca. $7 pro Zimmer pro Nacht) und bewunderten den riesigen tropischen Garten. Wir wurden direkt mit frischer Passion Fruit von unserer Hausherrin begrüßt und fühlten uns von Anfang an wohl. Natürlich ließ Adi, der Dschungel-Guide nicht locker bis wir unsere Dschungel-Tour bei ihm gebucht hatten. Trotz fester Preise, konnten wir ihn zumindest ein wenig herunterhandeln und somit buchten wir eine 2-Tage-1-Nacht- Dschungel-Tour inklusive Rafting am Ende für ca. $60 (1,2 Millionen Rupiah) pro Person.

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Den ersten Tag ruhten wir uns aus und genossen die angenehme Ruhe in Batu Mandi. Abwechselnd schaukelten wir in der gemütlichen Hängematte und lasen unsere Bücher. Am Abend lernten wir zum ersten mal Jamila’s (die Hausherrin) Kochkünste zu schätzen. Die selbst gemachten Pommes machten sogar denen in Amerika Konkurrenz.

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Am nächsten Tag brachen wir gegen neun Uhr mit Adi, einem englischen und einem französischen Pärchen zusammen auf in Richtung Jungle. Zunächst folgten wir noch einem einfachen, angelegten Pfad, der uns durch eine Kautschukplantage zum Eingang des National Parks führte. Adi erklärte uns die Verwendung einiger Pflanzen und die erste giftgrüne Schlange ließ auch nicht lange auf sich warten.

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Nach dem Eingang zum Park war der Weg allerdings nicht mehr so gemütlich. Die Wege wurden zu winzigen Trampelpfaden und es ging über Stock und Stein entweder steil bergab oder steil bergauf. Mitten durch den Jungle schlugen wir uns und mussten aufpassen bei den schmalen, rutschigen Wegen nicht wegzurutschen. Und tatsächlich nach kurzer Zeit rutschte Lars an einer matschigen Stelle aus und die Liane, an der sich festhielt, hielt dann sein Gewicht doch nicht. Damit es auch was zu lachen gab, haute er gleich unseren Guide Adi mit um, in dem er in seine Beine rutschte.

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Nach wenigen Kilometern konnten wir unseren ersten Orang-Utan beobachten, wie er sich Termiten aus deren Nest klopfte und aufleckte. Diese doch menschenähnlichen Tiere aus unmittelbarer Nähe und in ihrer wilden Umgebung zu beobachten hatte schon etwas ganz Besonderes. Man merkte jedoch, dass die Affen teilweise gezähmt waren, denn sie ließen sich keine Angst oder Aufregung bei den vielen Menschen anmerken.
Nach weiteren Höhenüberwindungen und einigen Schweißausbrüchen sahen wir weitere Affen. Einige Orang-Utan-Mütter mit ihren Kindern und auch einen Thomas Leaf Monkey.

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Nach zirka sieben Stunden Wandern im Busch, allerdings inklusive vieler Pausen, erreichten wir unser kleines Camp am Fluss, wo unser privater Koch schon fleißig bei der Arbeit war. Leider war das Jungle-Camp nicht ganz so idyllisch wie es sich anhörte. Über ein paar Bambusstämmen wurde schwarze Plastikfolie gezogen, um bei Regen einen trockenen Kopf zu behalten.

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Nach ein paar gemütlichen Stunden zum Ausruhen und Baden, gab es ein “5-Sterne-Dschungel-Menü”. Wir waren begeistert, was man im Jungle nicht alles herzaubern kann. Von Kürbis-, über Hähnchen-Curry bis hin zu Tempe (gebratene Erdnüsse mit Tofu) gab es alles Leckere und wir genossen natürlich auch die frischen Früchte zum Nachtisch.

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Nach dem Essen wurde Kartentricks gezeigt und so lange gespielt bis der Regen uns einen Strich durch die Rechnung machte und sich alle in das “Zelt” zurückziehen mussten. Leider verlief die Nacht nicht so traumhaft wie erhofft.
Der harte Dschungelboden machte uns ganz schön zu schaffen und Yvi spürte, dass ihre Erkältung wieder durchkam. Am nächsten Tag standen wir ziemlich gerädert auf. Allerdings wurden wir nicht geweckt, sondern konnten so lange ausschlafen wie wir wollten. Einerseits sehr gemütlich, aber andererseits fühlten wir uns ein wenig um den zweiten Tag Trekking betrogen. Die “Wanderung” des zweiten Tages bestand nur in dem Folgen des Flusses für vielleicht 30min, von wo aus unsere Rafting-Tour starten sollte. Nach einem Früchte-Snack ging es auch schon die zusammengebundenen Reifen und wir wurden über wackelige Stromschnellen bis ins Dorf zurückgespült. Dort endete unsere Dschungel-Tour dann leider schon um kurz vor 14 Uhr. Erschöpft von der wiederkehrenden Krankheit ging Yvi direkt zurück ins Gästehaus und ins Bett, während Lars dem englischen Pärchen den Weg zu unserer Unterkunft zeigte, da sie gerne wechseln wollten.
Die nächsten eineinhalb Tage verbrachten wir mal wieder mit Auskurieren der Krankheit und des Muskelkaters und träumten in der Hängematte vor uns hin und genossen die tollen Kochkünste von Jamila. Am Abend trafen wir uns mit James und Iona (das englische Pärchen) und spielten ein paar Kartenspiele und hatten ein paar netten Unterhaltungen.

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Nach fünf Tagen in Batu Mandi trennten wir uns schweren Herzens von Bukit Lawang und machten uns auf in Richtung Tangkahan, ein Dorf am anderen Ende des gleichen National Parks (Gunung Leuser National Park). Nach einigen Stunden im unbequemen Bus (von Bukit Lawang nach Binjai (15.000Rp/pax) und von Binjai nach Tangkahan (15.000Rp/pax)) wurden wir auf einmal mitten an der Straße hinausgeworfen. Wir dachten wir wären schon in Tangkahan und taten die Mopedfahrer, die uns für 50.000 IDR (ca. $5) pro Person transportieren wollten, als Abzocke ab und begannen zu laufen. Nach einigen hundert Metern und vielen Einreden der Einheimischen wurde uns aber doch schnell klar, dass es wohl noch ein Stück ist und nicht wirklich einfach zu Fuss zu erreichen ist. Wir erfuhren, dass normalerweise der Bus bis Tangkahan durchfährt, aber durch ein Unglück auf der Brücke (Man stelle sich vor, dass ein ganzer LKW durch die Brückenbretter gestürzt ist, und dabei fast ums Leben gekommen ist), vor der wir aus dem Bus aussteigen mussten, durften nun nur noch kleine Autos und Mopeds diese überqueren. Also nahmen wir uns das “Ojek”-Taxi und wurden über holprige Strassen in das Dorf verfrachtet. Dort angekommen, mussten wir uns zunächst im Tourismuszentrum registrieren und dann wurden wir zur “Jungle Lodge” begleitet, wo wir uns eine Zimmer für 100.000 IDR (ca. $10) nahmen. Leider bereuten wir die Entscheidung schnell, da die Angestellten einen eher unfreundlichen Eindruck machten und nicht wirklich zur Arbeit bereit schienen.

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Am nächsten Tag gönnten wir uns ein Bad im Fluss und machten nach mehreren Schwierigkeiten die heiße Quelle ausfindig, die dampfend aus dem Felsen sprudelte. Am Nachmittag machten wir uns auf zur Elefantenschule und wollten beim Schrubben der Dickhäuter helfen. Nachdem die majestätischen Tiere zunächst im Fluss gebadet hatten und wir diesem Schauspiel staunend folgten, durften wir selbst mit ins Wasser und die liegenden Elefanten mit Bürsten abschrubben. Dies war wirklich ein einmaliges Erlebnis. Es ist etwas Besonders diesen Giganten so nahe zu sein und ihre dicke Haut zu berühren und zu bürsten. Ab und an musste man sich in Acht nehmen, damit sie dich nicht mit dem Rüssel nassspritzen. Nach gründlichem Bürsten standen die Dickhäuter wieder auf und wir durften sie mit Bananen füttern. Faszinierend war mit anzusehen wie stark die Elefanten auf die Befehle ihrer Trainer hörten. Ohne die Elefanten anzufassen wurden Befehle gerufen und die Tiere hörten aufs Wort, besser als jeder Hund. Auch Elefantenduschen blieben uns nicht erspart und einen Abschiedshandschlag und -kuss gab es zum Schluss auch noch. Ein wunderschönes und nie zu vergessendes Erlebnis!

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Leider ist unsere neue Unterwasserkamera aus unerfindlichen Gründen beschlagen und wir konnten keine wirklichen Fotos machen. Gott sei Dank war ein holländisches Pärchen so nett ein paar von uns zu machen, die wir dann auf unsere Speicherkarte ziehen konnten.

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Einen Tag später ging es für uns auf große Reise. Wir fuhren von Tangkahan zurück nach Pasar Sepuhlu – ein kleines Busterminal kurz vor Binjai (ca. $3 für beide), von dort aus ging es nach acht Stunden Wartezeit mit dem Nachtbus nach Banda Aceh (ca. $12,50 pro Person). Am Morgen erreichten wir gegen neun Uhr das Busterminal in Banda Aceh. Von dort aus ging es mit dem Becak (Mopedtaxi) zur Fähre (ca. $4 für beide), nach fünf Stunden Wartezeit mit der Fähre auf Pulauh Weh (ca.$1,65 pro Person) und wiederum mit dem Becak nach Iboih (ca. $7 für beide). In Iboih entschieden wir uns nach langer Suche für ein süßes Bungalow mit eigenem Bad direkt am türkisfarbenen Wasser im Hotel Yulia (ca. $12 pro Nacht pro Bungalow), ganz am Ende des Strandabschnitts.

Nach dieser langen, anstrengenden aber auch interessanten Reise von eineinhalb Tagen, haben wir viele Indonesier mit interessanten Geschichten kennengelernt.

Nun sind wir auf Pulau (Insel) Weh und lassen unsere Seele baumeln. Den ersten Tag verbrachten wir natürlich mit Schnorcheln, weswegen wir hauptsächlich hierher gekommen sind. Es gibt ein paar schöne Ecken in der Unterwasserwelt zu entdecken, jedoch hat es uns bisher nicht vom Hocker gehauen. Viele Korallen scheinen beschädigt. Nach Nachfragen in unserer Unterkunft wissen wir auch warum. 2010 gab es eine sogenannte Wärmewelle. Diese Welle brachte über 30° heißes Wasser nach Pulau Weh, weswegen viele Korallen durch die Hitze abgestorben sind. Trotz alle dem haben wir natürlich ein paar schöne bunte Fische bestaunen können.

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Schon auf der Fähre ist uns ein weitere Europäer aufgefallen, den wir jedoch nicht weiter beachtet hatten. Als wir uns jedoch die Unterkünfte eine nach der anderen angesehen hatten, lernten wir ihn schnell kennen. Herwig, der aus Österreich, besser gesagt aus Innsbruck, kommt, hat sich letztendlich für die gleiche Unterkunft wie wir entschieden. Am ersten Abend haben wir uns bei Abendessen ein bisschen unterhalten. In den nächsten Tagen haben wir uns mehrmals am Tage getroffen und ziemlich lange und gute Gespräche gehabt. Leider ist er ein paar Tage früher als wir wieder abgereist, aber auf demselben Weg wie wir. Vielleicht sieht man sich ja noch einmal in Malaysia…

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An dem Tag (Montag) an dem Herwig abgereist ist, hat es am Morgen kräftig begonnen zu regnen, was uns nicht sehr gefallen hat. Wir dachten eigentlich, dass es schnell wieder aufhört. Wir hatten einen Tag vor dem Regen, ein Moped für den darauf folgenden Tag gebucht um uns die Insel ein bisschen näher und intensiver anzusehen. Wir hatten auch Glück und der Regen verkrümelte sich gegen acht Uhr morgens, so dass wir ohne Probleme mit dem Moped unsere Erkundungstour starten konnten. Wir besuchten einen See, ein paar andere Strände und ein Monument, dass den Kilometer Null Indonesiens (also der nördlichste Punkt Indonesiens) darstellt. Leider hat es das Wetter nicht sehr gut mit uns gemeint und gegen Mittag hat es wieder angefangen zu regnen. Leider hält sich der Regen nun schon drei Tagen, weshalb wir nicht viel machen können, außer Lesen, Relaxen, Kaffee und Bier trinken. :)

Am Freitag geht es für uns dann auch endlich weiter. Wir genießen momentan die letzten Tage in Indonesien. Freitag Vormittag geht dann unser Flieger nach Kuala Lumpur, Malaysia. Wir sind schon sehr gespannt auf die neue Kultur, das neue Land und die Leute.

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Kommentare

5 Antworten auf „Jungle und Paradies auf Sumatra“

  1. Heute habe ich Eure bisherigen Asienberichte gelesen und bewundere Eure Unternehmungslust, Ausdauer und Mut. Viele tolle Bilder und Geschichten. Einfach klasse! Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute.

  2. Wieder ein schöner Bericht und schöne Fotos. Ich vermisse eines von Lars´ Sturz-ich wollte auch mal lachen ;-)
    Das Elefantenbaden ist ja klasse, da hätte ich auch Spass bei gehabt…
    Weiterhin schöne Erlebnisse und wenig Regen, Tschüssi

  3. Hallo Opa,
    Danke für eure fleißige Beteiligung :) Wir freuen uns sehr! Warum wäre das für euch nicht das richtige?
    Liebe Grüße aus dem sehr muslimischen Banda Aceh.
    Yvonne

  4. Sehr schöner Bericht und auch die Bilder sind toll. Wie immer halt was ihr schreibt. Macht weiter so. Wir wünschen euch einen guten Flug ins nächste Land und viel Spaß für eure kommenden Abenteuer;)ciao

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  5. Euer interessanter und ausführlicher Bericht gefällt uns sehr. Für uns wäre das aber nicht das Richtige. Wir wünschen Euch weiterhin viel Freude an Eurer Unternehmung.
    Tschüss

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