Eine frische Brise Bergluft – Die Cameron Highlands

Uns fiel es doch reichlich schwer unsere Trauminsel wieder zu verlassen. Die dunklen Wolken, die am Aufbruchstag aufkamen trösteten wenigstens ein bisschen und gaben uns zumindest ein wenig das Gefühl genau am richtigen Tag aufgebrochen zu sein.
Am Hafen war es ein Leichtes einen Transport zu organisieren. Aus einer spontanen Eingebung entschieden wir uns nicht in den Dschungel Tamara Negara zu fahren, sondern direkt in die Berglandschaft Cameron Highlands. Wir hatten Angst, dass das Wetter im Dschungel nicht mitspielen könnte und alle anderen Backpacker fuhren auch in die Berge, weswegen es ein Vorteil war sich dieser Gruppe anzuschließen, um eine bessere Verhandlungsbasis bei dem Transportunternehmen zu haben. So geschah es, dass wir um 10 Uhr mit einem tschechischen Pärchen und einem amerikanischen Traveller in einem Minibus Richtung Cameron Highlands saßen (RM50 pro Person). Die sechsstündige Fahrt war unproblematisch und so erreichten wir gegen 16Uhr
Tanah Rata. Schon auf der Fahrt fielen uns die vielen landwirtschaftlichen Farmen auf, die Erdbeeren, Gemüse, Kohl, Kakteen und Tee anbauten.

Nach ein wenig Umschauen quartierten wir uns in “Daniels Lodge (Kang Travellers Lodge)” für RM35 pro Nacht ein, da dort auch die Tschechen und der Amerikaner abstiegen. Leider sind die Räume nicht empfehlenswert. Ohne Fenster kam man sich in dem winzigen Zimmer eher wie in einem Bunker vor und der muffiger Geruch trug auch nicht zur Besserung bei. Allerdings muss man sagen, dass sehr viele Reisende hier untergekommen sind, weswegen abends und nachmittags ein reger Austausch auf der gemütlichen Terrasse stattfand.

Am ersten Abend erkundeten wir das kleine Dörfchen und fanden gleich unser Lieblingsrestaurant, einen Inder. Dort aßen wir mit dem tschechischen Pärchen Suzi und David zu Abend und ließen uns viel von Indien erzählen, da die beiden schon dort gewesen sind.

2_Cameron_Highlands_sterne_4_P1080830

Am nächsten Tag entschieden wir uns selbstständig die Plantagen zu besichtigen ohne eine Tour zu buchen. Also taten wir uns mit David und Suzi zusammen, nahmen den Bus in Richtung Tampung Raja und ließen uns an der Kreuzung zur größten Teeplantage rausschmeißen (RM3,5 pro Person). Zwar war es noch ein 3,5 Kilometer-Marsch bis zur Boh Teeplantage, jedoch wurde die Mühe mit atemberaubenden Ausblicken auf die hügeligen Teeplantagen belohnt.

2_Cameron_Highlands_sterne_4_DSC_0176 2_Cameron_Highlands_sterne_4_DSC_0189

An der Plantage angekommen, gingen wir durch eine Art Museum, bei der die Geschichte der Fabrik und die Teeherstellung genauestens erläutert wurde. Danach konnten wir durch die Schaufabrik spazieren und uns hautnah der Teeherstellung widmen. Auf dem Rückweg fing es leider schon an zu regnen. Wir beeilten uns, damit wir uns auf der Hauptstraße bei den Marktsständen unterstellen konnten. Dort gab es wie immer allerlei Schnickschnack zu erwerben. Die Malaien scheinen ganz verrückt nach Erdbeeren zu sein. Anscheinend sind die Cameron Highlands der einzige Ort, wo diese in Malaysia gedeihen und deshalb wird ein riesiger Hype darum gemacht. Es gab alles Mögliche zu kaufen, von Erdbeerschlüsselanhänger über Erdbeeruhren bis hin zu Erdbeerregenschirmen war alles dabei.

Wir gönnten uns ein paar Leckereien wie Süßkartoffel aus der Tüte (RM3) oder Würstchen im Teigmantel (RM1) und sprangen schnell in den Bus zurück als der Regen heftiger wurde. Da im Regen nicht mehr so viel zu machen war, gönnten wir uns seit langem mal wieder einen richtigen Kaffee mit richtiger Milch bei Starbucks und danach einen Mittagsschlaf. Natürlich aßen wir am Abend wieder beim Inder und auf einmal tippt jemand Yvi von hinten an, die sich daraufhin umgläubig umdrehte und doch nicht wirklich Herwig erblickte. Voll überrascht und erfreut umarmten wir uns. Jetzt haben wir doch noch ein Wiedersehen hinbekommen, wenn auch nicht auf der Trauminsel wie geplant.

Wir tauschten uns ganz neugierig über unsere Erlebnisse aus und erfuhren, dass D`Lagoon, das Gasthaus auf Pulau Perhentian, in dem wir uns eigentlich treffen wollten, doch nicht, wie uns erzählt wurde, geschlossen war. Herwig hat dort übernachtet. Wir waren etwas sauer auf die Lady an der Fähre, konnten aber im Nachhinein auch nichts mehr daran ändern. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zum Essen und gingen schlafen.

2_Cameron_Highlands_sterne_4_P1080829 2_Cameron_Highlands_sterne_4_P1080862

Am nächsten Tag entschieden wir uns für eine Wanderung auf Gunung Brinchang auf dem Wanderweg Nummer 1. David und Suzi begleiteten uns wieder. Da wir den Bus verpasst hatten, nahmen wir ein Taxi, was jetzt auch nicht so viel teurer war (RM8 für alle zusammen). Am Anfang war der Weg noch recht angenehm zu laufen, wenn auch ein wenig steil den Berg hinauf. Durch die stehenden Nebelschwaden sah der Wald, der auch eine Art Regenwald ist, sehr mystisch und geheimnisvoll aus. Nach ca. 45min Trekking wurde der Weg doch etwas beschwerlicher. Bald wusste man vor Matschpfützen nicht mehr, wo man hintreten sollte und die steilen Berghänge konnte man nur mit Hilfe von hinabhängenden Lianen bewältigen. Dementsprechend sah auch unsere Kleidung und vor allem Yvis Füße nach der Tour aus.

2_Cameron_Highlands_sterne_4_P1080867

Am Gipfel angekommen entschieden wir uns nach einer Pause nicht den gleichen Weg wieder zurück zu laufen, sondern der Straße bis zum Hauptweg zu folgen, von wo aus wir dann den Bus nehmen können. nach weiteren 8km sind wir dort endlich angekommen und verpassten natürlich glatt den Bus. Daraufhin gönnten wir uns ein weiteres Mal die Marktleckereien und nahmen eben ein Taxi (RM12).
Am Abend verbrachten wir ein köstliches Mahl beim Inder und freuten uns erneut Herwigs Gesellschaft, dem wir nun versprechen mussten ihn in Innsbruck zu besuchen.

3_Penang_sterne_4_DSC_0001

Nach zwei Tagen Wandern und doch deutlich kälterer Luft (zw. 15 und 20 Grad) wollten wir zurück in die Wärme und buchten einen Bus zur Insel Penang (RM35). Auch hierbei begleiteten uns das tschechische Pärchen wieder. Nach fünf Stunden Fahrt im Luxusbus kamen wir in Georgetown an. Wir zogen die warme, schwüle Luft in uns auf und fingen sofort an zu schwitzen.
Nachdem wir uns die Traveller’s Lodge als Bleibe ausgesucht hatten (RM35 ohne Bad), erkundeten wir ein wenig die Stadt. Wir schlenderten an einem chinesischen Tempel vorbei, der direkt neben einer christlichen Kirche gebaut war. Auch das Gerichtsgebäude wirkte sehr pompös, ganz zu Schweigen von Town und City Hall. Danach genehmigten wir uns einen historischen Spaziergang durch das Ford von Penang (RM2 pro Person). Die ehemalige Befestigungsanlage hatte einiges an Informationen zu bieten und es war ein gemütlicher Spaziergang wert.

3_Penang_sterne_4_DSCN1277

Danach sind wir zum Hotel zurückgekehrt, da Yvi immer dollere Rückenschmerzen bekam. Auch ihr Allgemeinbefinden verschlechterte sich und Kopf und Bauch taten auch weh. Nach zwei Tagen Bettruhe und immer noch pochendem Rücken entschieden wir uns dann doch einen Arzt aufzusuchen, um ausschließen zu können, dass es eventuell etwas Ernstes ist. Für RM15 bekamen wir eine Arztkonsultation inklusive Urinuntersuchung und Medizin. Der Arzt gab Entwarnung und war sich sicher, dass es sich nur um Muskelschmerzen und Blähungen handelte. Mit der Sicherheit, dass es sich um nichts Schwerwiegendes handelte, liess es sich gleich viel besser genesen und zwei Tage später war kaum mehr etwas zu spüren.

Die letzten Tage im einigermaßen wieder gesunden Zustand verbrachten wir ganz genüsslich mir relaxen und ließen unseren Körper etwas ausspannen.

Mehr Bilder in der Gallerie

Kommentare

Eine Antwort auf „Eine frische Brise Bergluft – Die Cameron Highlands“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.