Kuala Lumpur

Von Penang aufgebrochen, ging es zur nächsten lauten Großstadt: Kuala Lumpur. Nach einer angenehmen 5h-Busfahrt im Luxusbus (RM 35 pro Person), kamen wir in der Millionenmetropole an. Wir ließen uns mal wieder abschleppen und landeten im Oasis Guesthouse (RM 35 pro Nacht pro Zimmer), was einen netten Eindruck macht. Die meisten Zimmer sind zwar ohne Fenster sind jedoch sauber. Es gibt auch einen gemütlichen Aufenthaltsraum mit Küche, Couch, Fernseher und Spielen. Zunächst wurde Yvis Geburtstag erstmal gebührend im amerikanischen Diner mit Burger, Milchshake und Bananensplit gefeiert und anschließend haben wir ihn mit einem Bierchen auf der Dachterrasse bei einem guten Gespräch mit ein paar anderen Travellern und Ausblick auf die Petronas-Towers den Tag ausklingen lassen.

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Wir hatten uns extra eine Woche für Kuala Lumpur eingeplant, um auf der sicheren Seite mit der Visabeantragung für Burma zu sein. Wir ließen nichts anbrennen und fuhren gleich am ersten Tag zur burmesischen Botschaft. Diese sah allerdings so gar nicht nach Botschaft aus. Wirr aussehende Zeichen statt lateinische Buchstaben lächelten uns an und wir stellten uns an eine Art Schuppen an, an dem riesengroß “Visa” prangte. Um uns herum müssen ca. 300 Burmesen versammelt gewesen sein. Jedoch hatten wir keine Ahnung, was sie in der Botschaft zu suchen hatten. Es sah mehr nach einem Straßenfest als nach einer Botschaft aus. Nach ca. einer Stunde Anstehen gaben wir unseren Antrag (erhält man vor Ort, einfach Vordrängeln um sich das Formular zu besorgen und dann wieder in die Schlange anstellen um es auszufüllen) mit einem Passbild, einer Kopie unseres Passes und unserem Originalpass ab und bezahlten RM 220 für uns beide zusammen. Die Dame am Schalter sagte nur kurz angebunden, dass wir morgen zwischen 16 und 17 Uhr wiederkommen können. Wir griffen uns an den Kopf, warum wir eine Woche in dieser Monsterstadt eingeplant hatten. Na gut, besser als andersherum.

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Somit hatten wir viel Zeit, um Kuala Lumpur zu entdecken und wir gingen es ganz ruhig an, damit wir jeden Tag noch etwas anderes entdecken können.
Die ersten zwei Tage verbrachten wir damit ziellos ein wenig herumzuwandern und die verschiedenen Stadtteile zu entdecken. Wir landeten zunächst bei den mächtigen Petronas Towers, die eines der zehn höchsten Gebäude der Welt sind. Jedoch erschien uns der Eintritt mit RM80/pP etwas happig und wir sagten uns, dass wir die Stadt im Flugzeug auch noch von oben sehen werden. Um die Türme war ein kleiner Park angelegt, den wir gemütlich entlang schlenderten.

Bukit Bintang entdeckten wir die Tage darauf als das schickere Eckchen von Kuala Lumpur. Letztens erst hatte hier ein neuer H&M aufgemacht (der erste in Südost Asien). Allerdings war das millionenschwere Einkaufszentrum, in dem sich Marken wie Gucci, Dolce & Gabana und Hugo Boss vereinten doch noch etwas imposanter. Auch die Bars und Restaurants sahen alle etwas schicker aus.

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Chinatown war der Stadtteil, in dem wir wohnten. Hier tummelte sich ein chinesisches Restaurant neben dem anderen und es gab wie so oft allerhand Schnickschnack an Ständen zu erwerben. Nachts erstrahlte die Jalan (Straße) Pentaling in allen möglichen Farben und Menschenmassen drängten sich durch die engen Gassen, vor allem am Wochenende.

Wir suchten etwas länger nach “Little India” in der großen Stadt. Letztendlich erfuhren wir, dass es mehrere gibt. Zunächst schlenderten wir über die Jalan Masjid India nördlich von Chinatown und erblickten eine Vielzahl von Stoffgeschäften. Leider gab es diesmal jedoch keine zusammengenähten Stoffe und auch keine schönen indischen Pluderhosen. Auch im zweiten “Little India” in der Nähe des Hauptbahnhofs Kuala Lumpur Sentral hatten wir nicht mehr Glück.

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Sehr beeindruckend fanden wir den Merdeka Square, wo 1957 die malaysische Unabhängigkeit proklamiert wurde. Ein riesiger Platz mit Springbrunnen, in dessen Hintergrund sich der riesige Sultanpalast befindet. Angrenzend befindet sich die Nationalgallerie. Dort gab es eine kleine Präsentation und Miniatur von Kuala Lumpur zu sehen. Gebäude, die noch in Bau oder geplant sind, wurden durch gläserne Bauten dargestellt. Wir waren beeindruckt wie schnell diese Stadt wächst. 2015 soll schon das zweitgrößte Gebäude der Welt in Kuala Lumpur zu sehen sein, der die Petronas Towers um ein weites überragen wird.

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Der botanische Garten, der westlich von Chinatwon gelegen ist, hat uns auch sehr gut gefallen. Nach all den Tagen Stadttrouble und Sieghtseeing waren wir ganz froh im ruhigen Park spazieren gehen zu können. Wir kamen am Orchideen- und Kräutergarten vorbei, entspannten uns bei einem Eiskaffe am angelegten See und bewunderten die kunstvoll angelegten Blumenbeete.

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Das Shoppen in Malaysia empfanden wir als etwas unangenehm. Abgesehen davon, dass unsere Rucksäcke so oder so schon bis oben hin vollgestopft und viel zu schwer sind und, dass Shoppen aus diesem Grund immer etwas frustrierend ist, haben die Malaysier auch noch ihren Teil dazu beigetragen. Leider war es uns nicht möglich in Ruhe durch die Regale zu schlendern ohne ständig von ein paar Augen über die Schulter beobachtet zu werden. Nicht, dass so genannte “Sales Assistents” dich beraten oder in langen Gesprächen fragen würden, wie es dir geht (siehe Australien), nein, sie stehen einfach nur hinter dir und sagen kein Sterbenswörtchen. Nachdem du dann nach etwa 1,5min die Geduld verlierst, weil du das Gefühl hast du müsstest dich beeilen oder du könntest ja als Dieb gehalten werden, trittst du dann meist den Fluchtweg von allein an. Nun fragt man sich: Wo ist die Verkaufsstrategie dabei?

Im Allgemeinen ist uns aufgefallen, dass die Malaysier im Gegensatz zu den Indonesiern deutlich reservierter und nicht ganz so offenherzig sind. Natürlich gibt es Ausnahmen und die indische Bevölkerung ist uns entgegen dieser Aussage positiv aufgefallen. Jedoch gibt es leider auch viele negative Beispiele. Ob es nun im Shoppingzentrum die gaffenden Verkäufer sind oder die drängelnden Kellner, die deine Bestellung aufnehmen wollen. Ok, es ist ganz nett nicht an jeder Ecke zum Kauf gedrängt zu werden, jedoch ist diese Reserviertheit und teilweise auch Unfreundlichkeit nicht wirklich besser, wohl eher noch deutlich schlimmer.

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Doch nicht nur in der Stadt spielen sich kleine Geschichten ab. Auch unser Gästehaus hatte einiges zu bieten. Da wir acht Nächte in dem Backpacker-Domizil genächtigt haben, kannten wir bald die Angestellten ganz gut. Nur wunderte uns, dass am dritten Tag eine Malaysierin mit neugeborenem Baby dazukam, die sich im gegenüberliegendem Zimmer einquartierte. Uns war die Verbindung noch nicht ganz bewusst, doch es sollte uns ja auch nicht weiter interessieren. Eines Nachts werden wir von Babygeschrei um 5 Uhr geweckt und entdeckten das kleine Baby alleine im Zimmer bei Festtagsbeleuchtung auf dem Bett liegen. Wir wunderten uns doch sehr, dass mitten in der Nacht das Baby einfach alleine dort lag. Nachdem Lars, etwas wütend seinem Schlaf beraubt zu sein, in den Gemeinschaftssaal trat, um über das schreiende Baby Bescheid zu geben, durfte er sich auch gleich die ganze Lebensgeschichte des Besitzers anhören. Es sei die Exfreundin, die mit dem Kind eines anderen wieder aufgetaucht sei, da dieser sie nicht mehr haben wollte. Nun sucht sie Unterkunft bei dem Exfreund, unserem Gastgeber. Keine leicht verdauliche Geschichte nachts um 5 Uhr.

Abgesehen davon hat uns die Stadt ganz gut gefallen. Es gab einige sehr imposante Gebäude und Parks. Die Stadt ist sehr gut zu Fuss zu erlaufen und der öffentliche Verkehr ist sensationell. Für RM 1,60 ist man in der ganzen Stadt per U-Bahn unterwegs. Auch ist es keine stressige asiatische Großstadt. Sie wirkt eher ruhig, sehr geordnet und sauber.

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Natürlich haben wir uns während unseres Aufenthaltes auch ein wenig über Burma informiert und sind schon ganz aufgeregt wie unsere Erfahrung in dem doch etwas anderem Land sein wird. Das Visum haben wir uns, wie gesagt, schon ganz am Anfang besorgt und US-Dollar-Noten sind auch schon in unserer Tasche. Wir hoffen, dass sie neu genug sind (Burmesen sind sehr penibel), da wir keine Chance haben an weiteres Geld zu kommen, da keinerlei Geldautomaten im ganzen Land existieren. Wir haben uns, trotz Warnung durch einige Internetartikel, dagegen entschieden voraus zu buchen und schauen nach einer Unterkunft vor Ort.
Da Burma ein Land ist, in dem die Kommunikationsmittel noch ein wenig zurückliegen, kann es sein, dass wir uns länger nicht melden werden. Unser Weiterflug ist für den 13.11.2012 nach Bangkok gebucht. Spätestens kurz nach diesem Tag sollten wir wieder erreichbar sein.

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Kommentare

2 Antworten auf „Kuala Lumpur“

  1. Hallo ihr Beiden! Wie immer viele aufregende Zeilen sowie auch wunderschöne Bilder von Euch. Wir wünschen Euch noch viel Spass und einen guten Start in Bangkok. Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht sowie neue Fotos. Auch ganz liebe Grüße von Oma Inge und Opa Karli. Sie haben eure Karte am Samstag bekommen. Sie haben sich riesig über die netten Zeilen sowie die Genesungswünsche für Karli gefreut. Also viel Glück euch auf der weiteren Reise und bleibt gesund. Weiter so
    LG ” Die Grühnen ”
    aus Arnstadt

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