Myanmar (Burma) – Unsere Reisetipps

Menschen

Wir haben noch in keinem anderen Land so nette, freundliche und glückliche Menschen gesehen, wie in Myanmar. So viele lächeln die Touristen an, sagen hallo und freuen sich einfach in deiner Gesellschaft zu sein. Trotz dessen sie nur sehr einfach und in ärmlichen Behausungen wohnen, wirken die Burmesen viel Glücklicher als die meisten Europäer. Zusätzlich sind es zum Großteil keine aufdringlichen Menschen. Zwar merkt man in touristischen Gegenden, dass sich das Wesen auch etwas ändert, es ist jedoch noch lange nicht zu vergleichen mit anderen Ländern aus Süd-Ost-Asien wie beispielsweise Indonesien.
Außerdem fiel uns die Ehrlichkeit und Bescheidenheit der Menschen auf. Eines Abends bezahlten wir 400 statt 300 Kyat für ein Wasser, da wir es nicht passend hatten und wir ihn aus dem Bett geklopft hatten. Am nächsten Morgen kam er tatsächlich auf Yvi zu, um ihr das Rückgeld zu geben. Auch, wenn man Burmesen etwas mehr Geld geben möchte als Trinkgeld beispielsweise wollen sie es erst nicht annehmen bis man wirklich darauf besteht. Angst wegen Unsicherheit braucht man auf jeden Fall keine haben.

Unterkunft

Unterkünfte stellen zumindest momentan noch eine größere Schwierigkeit in Burma dar. Leider sind nicht immer ausreichend Räume für den aufkeimenden Touristenstrom vorhanden. Aus diesem Grund und wahrscheinlich auch durch weitere Beteiligung der Regierung haben sich die Unterkunftspreise vor allem von 2011 auf 2012 sehr verteuert. Traue keinen Preisen in den Reiseführern, meistens haben sich diese verdoppelt. Das bedeutet leider auch, dass man kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mehr vorfindet. Oft findet man Räume für $20-25, für deren Standard man in anderen asiatischen Ländern die Hälfte zahlen würde.
Wir setzten unser Budget wie üblich bei maximal $20, mussten aber häufig mehr bezahlen. Jedoch blieb unser Durchschnitt bei $19, 30, also unter $20.
Meist ist ein reichhaltiges Frühstück enthalten und ab und an auch Klimaanlage. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte bzw. auf ein günstiges Hotel besteht, sollte man mindestens eine Nacht im Voraus buchen. Allerdings kann man die Hotels dann nicht besichtigen und vor allem in den Städten gibt es teilweise auch Bruchbuden für $20 oder mehr. Wir haben auch ohne Vorbuchen überall ein Zimmer bekommen, auch wenn wir meist etwas länger suchen mussten. Allerdings wissen wir nicht, ob dies auch noch in der Hochsaison (Mitte November – Mitte Februar) der Fall ist.

Unsere Hotels in Myanmar:

Yangon

  • Pyin OO Lwin Hotel 2: 12.000 Kyat, gut + sauber, Klimaanlage, eigenes Bad, kein Frühstück

Naungshwe (Inle Lake)

  • Four sisters Inn: 20.000 Kyat, nett, sauber, eigenes Bad, sehr gutes Frühstück, sehr nettes Personal
  • Good Will Hotel: $30, großes Zimmer, sauberes Bad, schlechtes Frühstück, Personal kann kein Englisch, keine Klimaanlage oder Ventilator in manchen Zimmern

Hsipaw

  • Lilys Guesthouse: $16, geteiltes Bad, sehr gutes Frühstück, sehr sauber + neu, sehr nettes Personal

Bagan

  • Glorious Bagan: $22, eigenes Bad (etwas muffig), Klimaanlage, Fernseher, Terrasse, netter Garten, Frühstück ok,

Mandalay

  • Garden Hotel : $15, Frühstück, geteiltes Bad, dreckig, sehr spartanisch
  • Nylon Hotel : $20, Frühstück, eigenes Bad, 5. Etage, sehr spartanisch und klein, einigermaßen sauber, Klimaanlage

 

Essen

Das Essen in Burma beschränkt sich meist auf Chinesisch und Burmesisch. Burmesisches Essen besteht meistens aus Reis, vielen kleinen Beilagen und ein in Öl schwimmendem Curry. Einige Beilagen sind genießbar, andere eher weniger. Der Preis liegt meist bei ca. 2000 – 3000 Kyat.
Chinesisches Essen besteht in Burma meist aus Reis und einem Curry, dass gut mit Fleisch bestückt ist. Man bekommt in den meisten Restaurants Hühnchen, Rind, Schwein und Fisch. Der Preis liegt meist bei 3000 Kyat für ein Curry und 500 Kyat für Reis, der eigentlich immer extra bestellt werden muss.
Natürlich gibt es auch die obligatorischen gebratenen Nudeln und gebratenen Reis mit Gemüse und Fleisch. Der Preis liegt meist bei 1500 Kyat und die Portionen sind reichlich.
In manchen Touristengegenden kann man auch westliches Essen erhalten. Wir probierten ein italienisches Restaurant in Bagan aus und waren überrascht wie gut die Pizza schmeckte. Natürlich bezahlt man dafür extra. Eine Pizza kostete zwischen 4500 und 6000 Kyat.
Frühstück ist meist im Hotelpreis enthalten und ist zumeist sehr reichlich. Der Kaffe ist meist löslich und man findet selten Eiskaffe oder -tee. Milch ist, wie so oft in Asien, meist nur gesüßte Kondensmilch.
Leider ist vieles in Burma sehr ölig, was einige Speisen ungenießbar macht. Selbst das gebratene Frühstücksei schwimmt in Öl.
Es ist uns aufgefallen, dass die Preise für Essen wenig variieren. Es macht oft keinen Unterschied, ob man in einem einheimischen Restaurant mit Plastikstühlen und etwas schmuddeliger Atmosphäre oder in einem schickeren Touristenrestaurant ist. Meist herrschen die gleichen Preise. Wir vermuteten, dass es spezielle “Touristenkarten” gab, vor allem in den einheimischen Straßenrestaurants.

Transport

Es gibt einige Arten zu reisen in Burma. Der verkehr zu den beliebtesten Orten ist relativ einfach, wogegen der Transport zu abgelegneren nicht touristischen Orten weiterhin ein Geheimnis bleibt. Jeder erzählt etwas anderes und es ist unheimlich schwer seine Trips zu planen, da man kaum Informationen erhalten kann. Oft fahren lokale Busse und Züge nur einmal am Tag, Boote nur zwei Mal in der Woche und keiner weiß wie lange sie brauchen.

Flugverkehr haben wir nicht ausprobiert. Wir haben gehört, dass es jedoch ganz bequem ist, man allerdings Myanmar Air vermeiden soll. Die Flüge zwischen den großen Touristenstrecken kosten meist ungefähr US$100.

Es gibt eine Menge lokaler Buslinien, die man in Reisebüros buchen kann. Die Reisebüros erkennt man an Busbildern auf Plakaten vor dem Büro (Zeichen kann man leider nicht lesen). Für die normalen Touristenstrecken bzw. zwischen großen Städten lässt sich einfach ein Ticket kaufen. Meist sind die Bus-Terminals etwas außerhalb der Stadt, zu dem man entweder mit Taxi oder mit lokalem Bus fahren kann. Busse waren meist sehr voll und es ist relativ schwer herausfinden, welcher wohin fährt. Außerdem brauchen sie meist die vierfache Zeit. Die Bus-Terminals sind relativ dreckig und es befinden sich zumindest in den Großstädten tausende Busse darin. Nur wenige Touristen verirren sich hierher und man reist meist mit Einheimischen. Diese sind allerdings nicht die angenehmsten Reisepartner. Dadurch, dass sie ihre Betelnüsse auch im Bus kauen, wird viel gehustet, gewürgt und gespukt (Gott sei Dank in Tüten und nicht auf den Boden). Essenspausen zu Essenszeiten sind üblich für meist 30 Minuten. Der Bus verkehrt sehr langsam und braucht z.B. für ca. 300km 15 Stunden. Der Preis beträgt ca. 13.000 bis 16.000 Kyat für eine 12 bis 15 Stunden-Busfahrt.

Der Zug ist eine noch langsamere Angelegenheit als der Bus. Die Strecke, die wir genommen hatten, dauerte 12 Stunden für ca. 150km. Wir buchten die erste Klasse, in der man wenigstens ein Kissen auf die Holzbank geboten bekommt und die nicht so voll ist. Obwohl der Zug mit einer sehr langsamen Geschwindigkeit fährt, wackelt er sehr. Die Wagons schaukeln nach links und rechts und man hat das Gefühl, dass man gleich im nächsten Busch landet, die nur wenige Zentimeter neben dem Zug entlangragen (lieber keinen Kopf heraushalten!). Der Preis wird in $ bezahlt und ist relativ günstig, allerdings ein wenig teurer als der Bus. Die Preise sind für Touristen ungefähr zehn Mal so teuer wie für Einheimische und das Geld geht ausschließlich an die Regierung. Wir bezahlten $5 für eine siebenstündige Zugfahrt in der ersten Klasse. Das Ticket kauft man am Bahnhof. Man sollte etwa eine halbe Stunde zum Ticketkauf mindestens einplanen, da sie die kompletten Personalien von Touristen aufnehmen.

Der Pick-Up ist überall zu sehen, ob als Stadtverkehrsmittel oder als Langstreckenverkehrsmittel zwischen zwei Städten. Es handelt sich um einen Pickup, auf dem ein Metallgestell befestigt ist, dass als Dach für unten drunter und als Ablagefläche für Gepäck oben drüber dient. Auf der Ladefläche befinden sich rechts und links Holzbänke (oder in kleineren nur eine Matratze). Meistens sitzen die Frauen auf den Holzbänken, die Kinder oben auf dem Dach und die Männer stehen hinten auf einer kleinen Plattform und hängen sich an das Fahrzeug. Zusätzlich befindet sich an allen erdenklichen Stellen Gepäck. Es ist sehr schwer herauszufinden, wohin welche Pick-Ups fahren, da die meisten Burmesen kein Englisch verstehen. In der Stadt sind sie sehr günstig und kosten für kürzere Strecken nur ca. 200 Kyat. Für längere Strecken etwas mehr. Wir bezahlten für zwei Stunden Pick-Up über das Land 2000 Kyat. Aufpassen mit Touristen-Abzocke: Immer darauf achten, was alle anderen bezahlen. Oft bekommt man auch einen Pick-Up, wenn man ein Taxi bestellt. Auch, wenn man für eine Tour ein Fahrzeug bucht, handelt es sich meist um Pick-Ups.

Das Boot ist eine doch eher teure Angelegenheit für Touristen, vor allem auf der sehr beliebten Strecke Mandalay-Bagan. Der Spaß kostet $15 für 12 Stunden Bootsfahrt für ca. 100km. Auf der genannten Strecke sind sehr viele Touristen unterwegs. Von Backpackern bis Pauschaltouristen ist alles vertreten. Natürlich auch Einheimische, die auf dem Boden sitzen müssen. Das Boot hält oft an kleinen Orten am Flussufer, an denen sie Waren aus- und einräumen und alle Dörfler sich freuen das Boot zu sehen. Meist kommt die ganze Gemeinschaft zu Fuss und mit Ochsenkarren zum Boot. Einige Verkäufer kommen auf das Boot und verkaufen dir so allerhand Leckereien für günstiges Geld (starkes Handeln angesagt!). Viele arme Kinder und Frauen kommen auch zum Betteln auf das Boot. Kinder möchten meistens etwas zu essen oder zu trinken, Frauen meistens Shampoo, Duschgel, Lippenstift, Parfüm oder T-Shirts. Wir sind mit vielen anderen Travelern ins Gespräch gekommen und empfanden die Bootsfahrt als angenehme Alternative, auch wenn es für unseren Geschmack zu viele Touristen gab und die Fahrt relativ lange gedauert hat.

Budget

Unser geplantes Budget lag bei $60 am Tag für zwei Personen, womit wir auch trotz teurer Unterkünfte gut zurecht gekommen sind. Unser Unterkunftsbudget lag bei $20, was wir gerade so eingehalten haben und mit einem Budget für Essen von $15 sind wir auch gerade so zurecht gekommen. Insgesamt haben wir ca. 1.050 USD ausgegeben für drei Wochen und zwei Personen.

Sicherheit

Don’t worry, be happy……..
Wir hatten nie Probleme mit Sicherheit. Wir konnten Wertsachen ohne Probleme im Hotelzimmer lassen und auch auf der Straße, sogar in engen Gassen haben wir uns nie unsicher gefühlt. Im Gegenteil, die Burmesen schienen uns so herzlich und bescheiden, dass sie uns sicher auch ein verlorenes Portemonnaie hinterher getragen hätten. Das einzige, was wir gehört hatten, dass man nach seinem Burma-Trip nicht jedem erzählen sollte, wo man gewesen ist, da die Leute wissen, dass man mit einigem Bargeld aus den Land wieder heraus reist.

Tourismus

Der Tourismus ist noch nicht zu vergleichen mit dem in Ländern wie Thailand oder Vietnam. Allerdings gab es in diesem Jahr schon einen sehr großen Touristenansturm und viele berichteten, dass sich vor allem im Jahreswecshel von 2011 zu 2012 unheimlich viel getan hat. Viele Pauschaltouristen finden schon den Weg in das relativ unberührte Land. Jeder möchte wahrscheinlich noch von dem Land, dass zumindest heute noch so weit zurück in der Zeit liegt, etwas sehen.
Allerdings hat Burma bis jetzt noch nicht die Kapazitäten für so viele Touristen. Das bedeutet, dass viele günstige Hotels in den beliebtesten Touristen- Regionen ausgebucht sind und auch viele Restaurants sind zur “Rush Hour” voll besetzt. Auch Busse sollte man lieber zwei Tage im Voraus buchen. Wir hatten ein weniger touristisches Land erwartet, aber es finden schon sehr viele Menschen den Weg ist dieses schöne Land.

Geldwechsel

Entgegen aller Ratschläge in den Reiseführern, empfehlen wir das Geld in der Bank zu tauschen. Man bekommt fast den „Börsenkurs“ (der ja eigentlich nicht existiert) (zu unserer Zeit $1 : 845 Kyat), bezahlt keine Gebühren und wird nicht über das Ohr gehauen. Außerdem lässt sich am Flughafen in Yangon auch sehr gut tauschen für die gleiche Rate.
Auf dem Schwarzmarkt auf der Straße, in Hotels oder Juwelieren kann man auch Geld tauschen und erhält meistens eine Rate von 820 bis 900 Kyat pro Dollar. Das ist eventuell eine gute Alternative, wenn die Bank geschlossen hat (Öffnungszeiten meist nur bis 15Uhr und nicht am Wochenende) oder zu weit weg ist. Allerdings sollte man auf Betrügereien achtgeben und sein Geld genauestens nachzählen. Zusätzlich bekommt man auf dem Schwarzmarkt einen besseren Kurs je größer die Scheine sind, was bei der Bank keine Rolle spielt. Die Raten variieren nicht sonderlich zwischen den Städten. Man muss dementsprechend nicht unbedingt sein ganzes Geld in Yangon tauschen.
Außerdem ist es immer noch wichtig saubere, ungeknickte, unbeschriftete, unbestempelte und am besten nicht gewellte Dollarscheine mitzunehmen. Alles andere wird nur schwer akzeptiert. Geldautomaten für ausländische Touristen gibt es immer noch nicht und nur in ganz wenigen Hotels kann man mit Kreditkarte mit einer immensen Gebühr (meist 10% oder mehr) bezahlen. Allerdings sind mittlerweile Euro-Noten sehr gern gesehen und man bekommt für den Euro sogar noch einen besseren Kurs (1 EUR : 1100 Kyat) als für Dollarscheine.

Noch ein paar kleine Tipps für zukünftige Burma-Reisende:

  • Beschränkt euer Geldwechsel auf Banken.
  • Wenn Sicherheit gewünscht ist, solltet ihr ein Hotelzimmer mindestens einen Tag vorher buchen.
  • Günstige Parfümproben, Shampoo, Lippenstifte und Klamotten mitbringen. Man kann sie super gegen Souvenirs tauschen oder einfach nur verschenken.
  • Packt euch warme Sachen für den Bus ein, es kann sehr kalt wegen A/C werden!
  • Wir empfehlen das Unterkunftsbudget auf $25 pro Doppelzimmer zu erhöhen, um nicht so unter Druck zu stehen das günstigste suchen zu müssen. Das erleichtert die Suche.
  • Versucht lokale Preise herauszufinden, um besser zu handeln.
  • Gönnt euch lieber ein schickeres Restaurant, es kostet genauso viel wie die schäbigeren!
  • Plane viel Zeit und Geld für Off- The- Beaten- Tracks mit öffentlichen Verkehrsmitteln!
  • Buche einen Bus lieber zwei Tage früher, um auf der sicheren Seite zu sein.
  • Berate dich mit anderen Travelern über Unterkunfte, Orte, Transport. Es ändert sich so viel und Mund-zu-Mund vor Ort sind immer die aktuellsten Reporte.

Unsere Reiszeit war vom 22.10.2012 bis zum 13.11.2012. Bitte beachtet, dass alles, was wir hier geschrieben haben ausschließlich für diesen Zeitpunkt gilt. Es ändert sich sehr viel in Burma und wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass es in ein paar Monaten genauso aussieht.

Weitere gute Updates zu dem Reisen in Burma findet man im Forum des Loose Reiseführers.

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