Saigon, Drei Tage Kaffeefahrt im Mekong Delta und Urlaub auf Phu Quoc

Nachdem wir aus dem eher altmodischen Mandalay entkommen sind und in Bangkok einen Zwischenstopp eingelegt hatten, erreichten wir die Metropole Saigon in Vietnam. Nachdem wir den großen Flughafen verlassen hatten, versuchten wir ein Taxi zu bekommen, was gar nicht so einfach erschien. Entweder bot man uns hurende Preise an oder wir wurden von Taxianweisern böse weggeschickt. Schließlich fanden wir ein Taxi mit Taximeter und ließen uns für 150.000 Dong (ca. $7,50) in die Stadt fahren. Der Taxifahrer wollte zwar am Ende mehr Geld haben, konnte sich aber leider nicht verständigen, weswegen er nach zehn Minuten Diskussion aufgab.

In Saigon erwartete uns eine ganz andere Atmosphäre im Gegensatz zu Burma. Überall erleuchteten Neonreklamen, es wuselten Millionen Mopeds durch die Innenstadt und es gab Hotels in Hülle und Fülle. Wir quartierten uns im Rainbow Hotel für $10 pro Nacht ein (auch hier wird häufig in $ bezahlt).

1_Saigon_sterne_4_DSC_0039 1_Saigon_sterne_4_DSC_0034

Den ersten Tag in Ho Chi Minh City verbrachten wir mit herumschlendern und Sightseeing. Wir kamen an ein paar netten Gebäuden vorbei, wie die Oper oder Notre Dame und besuchten das Kriegsmuseum. Dieses hatte einige schreckliche Bilder zu bieten. Es wurde die Geschichte des Vietnam-Kriegs von 1965 bis 1975 aufgerollt und sehr viele Bilder gezeigt, wie es in dem Krieg zugegangen ist und welche Folgen nachfolgende Generationen durch den Einsatz von chemischen Waffen auf amerikanischer Seite enstanden. Für einige waren sie zu viel und sie verließen das Museum ohne sich alles angesehen zu haben.
Wir durften uns noch weiter in die Geschichte eintauchen: Am nächsten Tag unternahmen wir eine Tour zu den Cu Chi Tunneln ($5 Tour + $4,50 Eintritt pro Person). Uns wurde von unserem englischen Führer erklärt, dass die “Gorillas”, wie die kommunistischen Vietnam-Kämpfer genannt wurden, sich in diesen Tunneln zur Zeit des Krieges verschanzten. Es wurden innerhalb von 20 Jahren mehr als 200km Tunnel-Netzwerk gebaut. Zusätzlich gab es natürlich auch Essensgebäude, Krankenhäuser, Küchen, Bettenlager etc, die teilweise an der Oberfläche waren. Wir erfuhren sehr viele interessante Dinge und durften sogar einmal selbst im engen Tunnel entlang kriechen.

1_Saigon_sterne_4_DSC_0095 1_Saigon_sterne_4_DSC_0206

Am folgenden Tag sollte es für uns schon weitergehen in das Mekong Delta. Wir buchten unsere erste organisierte Tour seitdem wir unterwegs waren. Abgesehen natürlich von den Ein-Tages-Touren. Der erste Grund war wohl der günstige Preis von $35 pro Person für drei Tage inklusive Übernachtung und der zweite war, dass wir es ja auch einmal probieren mussten, nachdem wir uns so über die Pauschaltouristen in Burma aufgeregt hatten. Unsere Meinung hat sich allerdings bestätigt: wir bleiben auf eigenen Beinen. Vielleicht lag es auch einfach am Delta, dass es uns nicht gefallen hat, aber auch das Rumgeschubse mit weiteren 40 Leuten war etwas anstregend. Einerseits war es zwar nett, nicht immer alles selbst organisieren zu müssen, aber andererseits kann man eben nichts selbst entscheiden und man schlendert immer in einer riesigen Gruppe, wobei man so gar nicht in Kontakt kommt.
Das Mekong Delta an sich bestand aus vielen einzelnen Städten, die von vielen Flüssen eingerahmt waren, die das Delta bilden. Die Tage bestanden meist aus ca. vier Stunden Programm. Dabei wurden wir meist mit Booten rumkutschiert und in viele Showfabriken mit anschließendem Verkauf gebracht. Entweder gab es Kokos-BonBons, Honig, Süßigkeiten oder wir sollten einer vietnamischen Musikgruppe Geld zustecken. Auch die Bootsfahrer in den kleinen Kanälen wollten doch gerne ein Trinkgeld haben, was die entgegenkommenden Boostfahrer uns immer wieder deutlich zu verstehen gaben: “Give money!”. Es wurden so viele Touristen dadurch geschleust, dass es fast kein Durchkommen mehr gab und wir fragten uns, wo denn hier das Vergnügen blieb.

1_Saigon_sterne_4_DSC_0271 1_Saigon_sterne_4_DSCN2088

Weiterhin sahen wir noch eine Reisfabrik, eine Fischfarm, ein islamisches Dorf und chinesische Tempel. Alle Sehenswürdigkeiten waren wenig interessant und unsere erste Führerin erklärte uns alles im Befehlston, der zweite Führer (am dritten Tag) war aber deutlich besser.
Das schönste war wohl das Bootfahren auf dem Mekong, wobei man sagen muss, dass es auch nicht der schönste Fluss ist. An Sauberkeit ist nicht viel zu denken und die Landschaft ist nicht spektakulär. Was uns allerdings ganz gut gefallen hat, war ein Höhlentempel auf einem Berg in der Nähe von Chau Doc. Eine ehemalige Höhle zum Anbeten des Buddha wurde hier sehr kreativ in einen Tempel umgebaut.

1_Saigon_sterne_4_DSC_0418 1_Saigon_sterne_4_DSC_0437

Am dritten Tag ließen wir uns mit einer weiteren deutschen am Busbahnhof rausschmeißen, um einen lokalen Bus nach Ha Tien zu nehmen, um auf die Insel Phu Quoc zu gelangen. Wir bekamen auch sofort einen Bus für 70.000 Dong (ca. $3,50) und fuhren die nächsten vier Stunden mit vielen Einheimischen zusammen Ha Tien, von wo aus die Fähre nach Phu Qhoc fährt. Das erste Mal genossen wir in Vietnam wieder das ursprüngliche Reisen und freuten uns am klapprigen Bus. In Ha Tien angekommen staunten wir nicht schlecht. Es gab ein Überangebot an Hotelräumen, weswegen wir freie Auswahl hatten zu unglaublich günstigen Preisen. Wir ergatterten einen wunderschönen Raum für schlappe $10. Am Nachmittag genossen wir einen Kaffee (15.000 Dong, $0,75) auf einem Floating Café und bewunderten den Sonnenuntergang über dem Meer. Ha Tien hat uns gleich viel besser gefallen als alle anderen Orte im Mekong und wir waren froh hergekommen zu sein, wenn auch nur für eine Nacht.

2_PhuQuoc_sterne_4_DSCN2228 2_PhuQuoc_sterne_4_DSCN2249

Am nächsten Tag ging es dann per Fähre weiter nach Phou Quoc (230.000 Dong, ca. $11 pro Person). Am Long Beach angekommen wurde wir vom Taxifahrer in eine nette Bungalow-Anlage gefahren. Zwar war der Raum nicht so schön wie in Ha Tien, aber trotzdem in Ordnung und wir buchten uns für $15 pro Nacht ein. Außerdem waren es nur 20m bis zum Strand, was wir sehr genossen.
Am ersten Abend trafen wir gleich am Strand ein deutsches Pärchen wieder, was wir auf unserer Mekong-Tour kennen gelernt hatten und unterhielten uns bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Strand.
Der nächste Tag gehörte ganz dem Strandleben. Trotz vieler Unterkünfte aneinander verhielt es sich am Strand recht ruhig und die Touristenzahl hielt sich noch in Grenzen, vielleicht auch daher, dass es hauptsächlich kleine Bungalowanlagen sind und es auch noch nicht Hauptsaison war.
Den ersten tag verbrachten wir beide damit die Ruhe und die Sonne zu genießen. Einfach einmal nichts tun, war für uns auch etwas sehr feines und wenn dabei noch die Füße im Sand buddeln können und man sich ab und an im kühlen Nass abkühlen kann, ist es umso schöner.

2_PhuQuoc_sterne_4_DSCN2260 2_PhuQuoc_sterne_4_DSCN2275

Yvi gefiel das so gut, dass sie gleich noch einen zweiten Tag hintendran hing während bei Lars der Tatendrang siegte und er mit einem ausgeliehen Moped die Insel erkundete. Viel Schönes hat er bei seiner Tour nicht erlebt. Leider war sein Ausflug zum angeblich schönsten Strand nicht die Wucht. Der angeblich weiße Strand „Sao Beach“ mit türkisem Wasser, entpuppte sich leider eher als Müllhalde. Der Strand und das Meer waren übersät von Müll der Einheimischen. Nach ein paar Kilometern auf dem Moped über holprige ungeteerte Straßen kehrte er in einem kleiner Strandbude zum leckeren Essen ein und genoss den Blick über das Meer und das leckere Shrimp Essen. So gab es dann doch noch etwas Schönes auf der Tour bevor er wieder zu Yvi zurückkehrte.
Am dritten Tag schlossen wir uns einer Schnorcheltour an, die die Inseln im Süden anfahren sollte. Wir genossen die Fahrt auf dem kleinen Boot mit kleiner Touristengruppe und bewunderten die grünen Inseln. Leider war die Unterwasserwelt und die Sicht nicht gerade berauschend und auch der Müll, der im Wasser schwamm, machte es auch nicht besser. Auch der berühmte Sao Beach im Süden haute uns nicht gerade um, jedoch war es ok, um einen Eiskaffee zu genießen. Am Abend hüpfte Yvi noch einmal schnell ins Wasser am schönen Long Beach, um Abschied von der kleinen wohltuenden Auszeit zu nehmen, denn man nächsten Tag sollte eine lange Boots- und Busfahrt nach Dalat, in eine Gebirgslandschaft, erfolgen.

Kommentare

3 Antworten auf „Saigon, Drei Tage Kaffeefahrt im Mekong Delta und Urlaub auf Phu Quoc“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.